Infrabel: Die Bahn will mit Drohnen Jagd auf Kabel- und Kupferdiebe machen

Infrabel, der Infrastruktur-Dienstleister der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB, hat Tests mit einer Drohne durchgeführt, mit der Kabel- und Kupferdiebe aus der Luft aufgespürt werden sollen. Die Bahn testet nach einer erneuten Anhäufung von Problemen nach Kabeldiebstählen Möglichkeiten, dieser Form der Kriminalität auf Dauer Herr zu werden.

Am späten Dienstagabend hat Infrabel auf der Strecke Charleroi-Mariembourg in der Provinz Hennegau eine Drohne mit einer Infrarotkamera getestet. Dabei wurde ein Fluggerät eingesetzt, dass eine Rotor-Spannweite von 3,3 Metern hatte (Foto oben). Infrabel ließ diese Drohne in 150 Meter Höhe aufsteigen, um erkennen zu können, ob die dabei gemachten Bilder der Eisenbahngleise und ihrer Umgebung brauchbar sind, um Kabeldiebe aufspüren und erkennen zu können.

Der Infrastruktur-Dienstleister der Bahn arbeitete dabei mit der Generaldirektion der belgischen Luftfahrt (DGLV) zusammen, die den dortigen Luftraum für diese Tests freigab.

Wenn solche Einsätze gesetzlich geregelt werden, will Infrabel damit gegen Kupfer- und Kabeldiebe vorgehen. Doch ein solches Gesetz muss erst verfasst und in einen Gesetzesvorschlag gegossen werden, um dann die parlamentarischen Instanzen zu durchlaufen. Das kann einige Monate in Anspruch nehmen. 

Im Oktober sorgten 83 Kabeldiebstähle für rund 18.000 Minuten Verspätungen im Bahnverkehr.

In letzter Zeit, konkret seit Mai, häufen sich die Kabeldiebstähle bei der Bahn wieder. Alleine im vergangenen Monat Oktober kam es zu 83 Kabeldiebstählen, die wiederum zu rund 18.000 Minuten (!) Verspätung im Bahnverkehr geführt haben, etwa 10 Stunden pro Tag. Seit Jahresanfang stellte Infrabel insgesamt 261 solcher Fälle fest. Die Reparaturarbeiten sind danach technisch und zeitlich sehr aufwendig (Fotos unten). 

2012 hatte die Bahn damit begonnen, mit Aktionen gegen dieses Problem vorzugehen und war bis Ende letzten Jahres damit auch erfolgreich. Doch dieses Jahr ufert das Problem aus. Vor allem an der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Löwen und Lüttich, die auch die Thalys- und ICE-Züge in Richtung Deutschland nehmen, wird oft Kabel und Kupfer gestohlen. Nachts fahren dort keine Züge und die Diebe haben „Zeit und Ruhe“, um ihrer „Arbeit“ nachzugehen. 

BELGA/BOGAERTS

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