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Auch deutsche Netzbetreiber sollen belgische Stromversorgung retten

Die unsichere Versorgung mit Strom während der kommenden Wintermonate in Belgien stellt deutsche Netzbetreiber vor Herausforderungen. Das geht aus einem internen Bericht der bundesdeutschen Bundesnetzagentur für die Beiratssitzung der Behörde am 26. November hervor. Der Bericht liegt der deutschen Wirtschaftszeitung ‚Handelsblatt‘ vor.

Die Bundesnetzagentur zeichnet in diesem Bericht ein düsteres Bild der Stromversorgungssituation in Belgien. Die Behörde sichert unserem Land demnach aber Unterstützung zu. Die deutschen Netzbetreiber sind gefordert. „Belgien hat zu wenig nationale Erzeugungskapazität für diesen Winter“, heißt es in dem Bericht. Das Land könne die „eigene Nachfrage nicht mehr decken“.

Auslöser für die drohenden Engpässe sind Wartungsarbeiten an mehreren der alten und umstrittenen Reaktoren der beiden belgischen Atomkraftwerksstandorte Doel und Tihange. In Doel stehen vier Reaktoren, in Tihange drei. Rund die Hälfte des in Belgien benötigten Stroms wird an den beiden Atomkraftwerkstandorten erzeugt. Frankreich hat bereits angekündigt, das Nachbarland mit zusätzlichen Mengen zu versorgen.

Belgien hat zu wenig nationale Erzeugungskapazität für diesen Winter

Während Frankreich und auch die Niederlande über grenzüberschreitende Leitungen nach Belgien verfügen, gibt es eine solche direkte Verbindung zwischen Deutschland und Belgien nicht. Erst 2020 wird mit dem Projekt „Alegro“ eine direkte Leitung von Deutschland nach Belgien bestehen, mit deren Bau kürzlich begonnen wurde. Bis dann kann Strom aus Deutschland nur über die Niederlande oder Frankreich nach Belgien fließen.

Nach jetzigem Stand wären die entstehenden Kosten allein von Deutschland zu tragen. In dem Bericht heißt es aber, die Bundesnetzagentur erwarte, dass sich Belgien an den Kosten beteilige. Derzeit gebe es allerdings noch keine entsprechende Regelung.

Bereits Mitte Oktober hatte Deutschlands Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier seiner belgischen Amtskollegin Marie-Christine Marghem Hilfe in Aussicht gestellt. „Wir sind uns einig, dass zu keinem Zeitpunkt die Lichter ausgehen dürfen“, hatte Altmaier gesagt. Nach Aussage Marghems befindet sich Belgien in einer „schwierigen Lage“. (Quelle: Handelsblatt.com)

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