Gurtpflicht rettet Leben: Noch nie trugen so viele Belgier im Auto den Sicherheitsgurt

Eine Studie des belgischen Verkehrsinstituts Vias belegt es: 95,2 Prozent der Fahrer und Beifahrer schnallen sich im Auto auf dem Vordersitz an. Vor 15 Jahren, bei der ersten Messung 2003, waren es gerade mal 56,6 Prozent. Weil die Gurtpflicht immer besser respektiert wird, konnten in den vergangenen Jahren zahlreiche Menschenleben gerettet werden.

Die in den letzten Jahren durchgeführten Sensibilisierungskampagnen und die "Anschnallerinnerung" – der Gurtpiepser beim Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes, der seit 2009 auf dem Fahrersitz vorgeschrieben ist - tragen Früchte.

„All das hat dazu beigetragen, dass deutlich mehr Autofahrer sich anschnallen“, erklärt Stef Willems vom Vias-Institut. Der Prozentsatz der Personen, die den Sicherheitsgurt tragen, liegt derzeit bei 95,2% auf den Vordersitzen, ein enormer Anstieg gegenüber 2003, als die erste Messung durchgeführt wurde. Auch auf dem Rücksitz gilt in Belgien Gurtpflicht, aber hier ist der Anteil der Angeschnallten geringer: 86,3 Prozent. Dort gibt es also noch Verbesserungsbedarf. Das gilt auch für Lieferwagen: Hier schnallen sich nur 85,5 Prozent der Fahrer an.

"Dieser Unterschied erklärt sich dadurch, dass Lieferwagen in der Regel für häufige Lieferungen auf kurzen Strecken und meist in Ortschaften eingesetzt werden", meint Stef Willems. "Es ist wichtig, den Fahrern und Unternehmen klarzumachen, dass der Gurt effektiv Leben retten kann und dass man auch bei niedrigeren Geschwindigkeiten schwere Verletzungen erleiden kann, wenn man nicht angeschnallt ist.“

Der Gurt kann effektiv Leben retten und dass man auch bei niedrigeren Geschwindigkeiten

Insgesamt fahren aber inzwischen so viele Insassen mit Gurt wie nie zuvor. Bei der letzten Messung 2015 waren nur 92 Prozent angeschnallt. „Das bedeutet, in den vergangenen drei Jahren wurden bei Unfällen 40 Menschenleben gerettet oder schwere Verletzungen verhindert, weil die Betroffenen den Gurt trugen“, so Stef Willems von Vias

Auffallend ist, dass nach wie vor Männer die größeren Gurtmuffel sind: Von ihnen fahren 94 mit Sicherheitsgurt, bei den Frauen sind es zwei Prozent mehr.

Der Sicherheitsgurt als Lebensretter

Der Gurt reduziert das Risiko, bei einem Unfall zu sterben oder schwer verletzt zu werden, um 40 bis 50 Prozent.

Jemand, der bei einem Unfall aus dem Auto geschleudert wird, stirbt 5-mal häufiger als jemand, der angeschnallt ist.

Die Auswirkungen eines Unfalls mit 50 Stundenkilometern sind 35 mal so groß wie das Körpergewicht der betroffenen Person. Ein Erwachsener von 75 kg wird dann zu einer Masse von mehr als 2,5 Tonnen, mit entsprechenden Folgen.

Jonas Hamers / ImageGlobe

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