Vize-Premier Kris Peeters kandidiert im Mai 2019 für Europa

Die flämischen Christdemokraten entsenden den Vizepremier- und Minister für Arbeit, Wirtschaft und Verbraucherschutz, Kris Peeters, ins Europaparlament. Das langjährige Schwergewicht der CD&V auf Bundesebene verschwindet damit von der nationalen Bildfläche. Peeters soll die Europaliste bei den Wahlen im Mai 2019 anführen.

Die einst stärkste Volkspartei Flanderns und Belgiens, der die flämischen Nationalisten (N-VA) den Rang abgelaufen haben, gab am Dienstagabend die Aufstellung der Listen für die belgischen Bundes-, Landes- und  Europawahlen bekannt.

Auffallend: Schwergewicht Kris Peeters wird, nach 15 Jahren im Scheinwerferlicht der nationalen Politik, auf die europäische Bühne „befördert“. 

Steile Karriere

Der heute 56-jährige Politiker war als Verbandsvorsitzender des flämischen Mittelstands (UNIZO) erstmals in der Öffentlichkeit erschienen und 2014 von den flämischen Christdemokraten als Minister in die Landesregierung berufen worden.

Genau wie der langjährige Premierminister Jean-Luc Dehaene bekam Peeters seinen ersten Ministerposten ohne gewählt worden zu sein. Er nutzte diese erste Verantwortung, um eine erfolgreiche politische Karriere auszubauen. 2007 wurde aus dem Landesminister der primes interpares, als der damalige Ministerpräsident Yves Leterme in die nationale Politik wechselte. Das Amt des flämischen Ministerpräsidenten übte Peeters bis 2014 aus.

In diesem Jahr sollte der Politiker, der aufgrund seines Charmes auch der „Georges Clooney von Flandern“ genannt wurde, Premierminister von Belgien werden. Diese Ambition konnte Kris Peeters jedoch nicht verwirklichen, weil seine Parteikollegin Marianne Thyssen EU-Kommissar werden sollte. Als Gegenleistung erhielten die Liberalen das Amt und Charles Michel (MR) wurde Premierminister. Kris Peeters musste sich mit der Rolle des Vizepremiers und des Ministers für Arbeit, Wirtschaft und Verbraucherschutz zufriedengeben.

Die weitere Aufstellung der CD&V für den Superwahlsonntag am 26. Mai 2019

  • In Limburg wird der CD&V-Vorsitzende Wouter Beke die Liste für die Bundeswahlen anführen. Lode Ceyssens nimmt den ersten Platz für das flämische Landesparlament an.
  • Für Flämisch-Brabant steht der amtierende Justizminister auf Platz 1: Koen Geens. Auf Landesebene wird die christdemokratische Liste von Peter Van Rompuy angeführt.
  • In Westflandern hat die CD&V die aktuelle Unterrichtsministerin Hilde Crevits aufgestellt. Hendrik Boegaert vom rechten Flügel kämpft um den Eintritt ins Bundesparlament.
  • Für die Provinz Ostflandern tritt Joke Schauvliege an, die gegenwärtig das Ressort Umwelt, Landwirtschaft und Raumordnung in Flandern verwaltet.
  • Die Spitzenkandidaten für Antwerpen werden noch gesucht.

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