David rozing

Wallonische Unternehmer schlafen trotz Brexit immer noch gut

Der Brexit nähert sich. Der Ausstieg Großbritanniens aus der EU ist für den 29. März 2019 geplant, doch die wallonischen Unternehmer scheint das nicht zu beunruhigen.

Sie sind dem Brexit zwar nicht ganz so stark ausgesetzt wie die flämischen Unternehmen, dennoch sind schätzungsweise 20.000 Arbeitsplätze in Wallonien von belgischen Warenausfuhren ins Vereinigte Königreich abhängig. In Flandern sind es 72.000.

Ein harter Brexit, das heißt, ohne ein Abkommen zwischen Brüssel und London, könnte Wallonien etwas mehr als 5.000 Arbeitsplätze kosten. Das ist 0,4% der 2015 gemessenen Gesamtbeschäftigung der Region. Im Norden des Landes wären 21.000 Arbeitsstellen betroffen (0,8 Prozent der Gesamtbeschäftigung).

Man habe die Unternehmen vom ersten Tag an so gut es gehe über den Brexit informiert, heißt es bei der wallonischen Exportagentur (Awex). Über Info-Rundschreiben, Workshops und Broschüren habe man die wallonischen  KMU informiert, so dass sie sich vom Brexit nicht überrumpelt fühlten.

Auf föderaler Ebene habe man den "Brexit impact scan" eingerichtet, ein Instrument zur Auswertung der Auswirkungen des Brexit auf die Aktivitäten belgischer Unternehmen. Bis heute haben 5.451 Unternehmen dieses Instrument genutzt, darunter 4.146 flämische KMU und gerade einmal 1.305 französischsprachige Betriebe.

Mit einem Ungleichgewicht hatte man gerechnet, da flämische Unternehmen dem Brexit viel mehr ausgeliefert seien. Der belgische Wirtschaftsminister macht sich dennoch Sorgen über die Gleichgültigkeit wallonischer Firmen.

"Ich verstehe, dass sich ein wallonischer Unternehmer nicht gleich angesprochen fühlt. Doch auch er sollte den 'Brexit impact scan'  konsultieren. Man geht zu schnell davon aus, dass man selbst verschont bleibt", wird Kris Peeters in der Presseagentur Belga zitiert.

Es gebe nun einmal Unsicherheit, was die Zukunft betreffe, heißt es auch bei der Awex. Die Exportagentur hat festgestellt, dass sich die wallonischen Unternehmer nicht besonders sorgten. Im ersten Halbjahr 2018 hat der wallonische Export ins Vereinigte Königreich sogar um 8,9 Prozent zugenommen. Selbst wenn es doch nicht zu einer Einigung kommen sollte, würde der Handel nicht von heute auf morgen eingestellt,  so Pascale Delcomminette von Awex. Die Unternehmen wollten einfach nur, dass die Unsicherheit aufhöre, fügte sie auch noch hinzu.

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