Ministerin will Vorteile bei Sozialabgaben der Fußballvereine kappen

Die Ministerin für soziale Angelegenheiten, Maggie De Block (Open VLD) will die sozialen Vorteile von Fußballvereinen  und –spielern durchleuchten. De Block glaubt nicht, dass die Vereine aus eigenem Antrieb heraus Reformen durchführen werden. Diese wären aber im Zuge des jüngsten Fußballskandals notwendig. 

Als der Fußballskandal bekannt wurde, kündigten Marc Coucke und Pierre Francois, respektive Vorsitzender und CEO der Pro League, im Parlament an, dass sie hart gegen das Fehlverhalten im Fußball vorgehen wollten. Gleichzeitig lautete ihre Botschaft aber auch, dass an den Steuervorteilen nicht gerüttelt werden dürfe, sonst würde man einen ökonomischen Friedhof in einem Sektor hinterlassen, der immerhin vielen Menschen Arbeit böte und für noch viel mehr Menschen Erholung bedeutete.

Die Pro League hat versprochen, bis zum 17. Dezember einen gründlichen Reformvorschlag auf den Tisch zu legen. Doch bislang hat sie nicht mehr bedacht als eindeutigere Regeln für Spielervermittler. Das sei nicht genug, so die zuständige Ministerin De Block. "Es ist still um die Reformen geworden. Die Pro League scheint, den Stier nicht bei den Hörnern packen zu wollen. Im Gegenteil: Was ich in der vergangenen Woche gesehen habe, geht in die falsche Richtung.“

"Ein CEO, der selbst unter Verdacht steht und dann doch in der Expertengruppe über Reformen verbleibt“, sei nur ein Beispiel für ihre Argumentation, erklärte De Block. Ein anderes Beispiel sei "ein Spielervermittler, der zum Kronzeugen wird oder ein Schiedsrichter, der unter Verdacht steht und trotzdem seinen Job beim Fußballbund wieder aufnimmt." Das seien alles Dinge, die sie an deren guten Absichten zweifeln lassen würde. "Ich habe den Eindruck, dass die Fußballwelt vor allem damit beschäftigt ist, ihre eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen und die versprochene Reform nicht durchführen wird. Das sind alles andere als gute Anzeichen“, betonte die Ministerin in der VRT.

De Block will nun selbst einen Plan aufstellen. Dazu gehört auch der Abbau und die Abschaffung von Vorteilen bei den Sozialversicherungsbeiträgen. „Ich denke nicht, dass die Fußballwelt selbst plant, daran zu rütteln.“ Wie genau diese Reform der Sozialbeiträge aussehen wird, ist noch nicht bekannt. De Block will mit ihrem Plan vor allem die gut bezahlten Fußballer treffen. Ob auch eine Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen möglich ist, ist noch unklar. Klar für Maggie De Block ist jedoch, dass die Branche zu sehr mit sich selbst beschäftigt sei und derzeit nicht in der Lage, die nötigen Reformen durchzuführen.

Von Seiten der Fußballwelt besteht nun die Befürchtung, dass nur noch wenige talentierte Fußballer in Belgien Fußball spielen wollten, wenn sie woanders sehr viel mehr verdienen könnten. Die Vereine hätten es mit der Reform in jedem Fall finanziell schwieriger.

Maggie De Block

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