Ausländeramt in Brüssel nach Randale vorübergehend geschlossen

Belgiens Staatssekretär für Asyl und Einwanderung,  Theo Francken (N-VA) hat nach einem Übergriff auf einen Beschäftigten beim Ausländeramt in Brüssel (Archivfoto) den Schalter für Asylanfragen vorübergehend schließen lassen. Der Andrang war am Dienstagmorgen so groß, dass es zu einer Randale gekommen war.

Hintergrund für die Schließung des Schalters war ein gewalttätiger Übergriff auf einen Mitarbeiter des Amtes. Auslöser war ein großer Andrang am Dienstagmorgen. Seit kurzem ist Zahl der im Amt vorgelassenen Asylantragsteller auf 50 bis 60 pro Tag begrenzt worden, doch offenbar drängen sich jetzt viele der Betroffenen vor dem Eingang der Behörde, um durchgelassen zu werden.

Alleine am Montag mussten rund 100 Antragsteller abgewiesen werden, was die Lage am Dienstagmorgen eskalieren ließ und was erst recht zum einem Gedränge führte.

Gegen 9 Uhr am Dienstag war ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, der die Personalien der zugelassenen Antragssteller überprüfen sollte, von einem aufgebrachten Asylbewerber angegriffen und geschlagen worden. Der Betroffene wurde dabei leicht verletzt und der Täter konnte im allgemeinen Tumult unerkannt entwischen.

Daraufhin ließ Asylstaatssekretär Francken das Ausländeramt vorübergehend schließen. Rund eine Stunde nach dem Vorfall ging der Betrieb aber wieder weiter und die Mitarbeiter der Behörden kümmerten sich vorrangig um die Anträge von Familien. Francken kündigte danach an, dass der Betrieb im Brüsseler Ausländeramt ab Mittwoch unter Polizeibewachung stehen wird.

Nach Ansicht des Staatssekretärs handelte es sich bei dem Vorfall um „eine nicht tolerierbare Agression“. Mehrere junge Männer hatten sich über die Situation und über das Gedränge vor dem Amt beschwert und einer davon versetzte dem Sicherheitsmitarbeiter einige Schläge.

Francken muss sich wegen seiner Vorgaben, pro Tag nur noch 50 bis 60 Anträge zuzulassen, Kritik gefallen lassen. Dies sei „nutzlos“ und er sei selbst für die Eskalierung der Lage vor dem Brüsseler Ausländeramt verantwortlich, so Wouter De Vriendt von den oppositionellen flämischen Grünen (Groen). Indessen gab ein Sprecher des Amtes zu verstehen, dass es weiterhin zu Problemen kommen werde, solange viele junge Männer vor der Behörde stehen bleiben, um darauf zu warten, vorgelassen zu werden. 

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