Brüssels Polizei und De Lijn suchen Einigung für Haltestellen im Umkreis des Nordbahnhofs

Die flämische Nahverkehrsgesellschaft De Lijn hat sich mit der Polizei in Brüssel auf die Handhabung der neuen Haltestellen der Busse rund um den Nordbahnhof geeinigt. Die Tatsache, dass De Lijn den Bushof unter diesem Bahnhof aus Sicherheits- und Hygienegründen nicht mehr anfahren will, sorgte für einige verkehrstechnische Probleme zwischen Nordbahnhof und den neuen Haltestellen am Rogierplein.

Bis auf weiteres werden die Busse von De Lijn weiter unter dem Nordbahnhof parken bzw. zwischen ihren Fahrten abgestellt. Bisher, also seit dem zeitlich befristeten Boykott des dortigen Bushofes (Foto unten), warteten die flämischen Busse in der Vorruitgangstraat, wo sie allerdings eine Busfahrbahn blockierten. Dies wollte die Brüsseler Polizei so nicht zulassen. „Die Busbahn an der Vorruitgangstraat ist fahrenden Bussen vorbehalten und deshalb darf darauf nicht geparkt werden.“, so die Sprecherin der Polizeizone Brüssel-Noord, Audrey Dereymaeker gegenüber VRT NWS.

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Seit Montag halten die Busse von De Lijn am Rogierplein in der Nähe des Nordbahnhofes, denn dort sind ohnehin Haltestellen für die meisten De Lijn-Linien in Richtung des Bahnhofs. Doch bis auf weiteres ist dieser Platz jetzt Endstation bzw. Startpunkt für diese Linien.

Unsicherheit und Unsauberkeit

Viele Busfahrer und auch zahlreiche Fahrgäste fühlten sich in der jüngeren Vergangenheit an den Haltestellen von De Lijn unter dem Nordbahnhof in Brüssel unsicher. Der Grund dafür liegt bei der großen Zahl an Flüchtlingen und illegalen Einwanderern, die sich dort nachts und auch am Tage aufhalten. Diese heimatlosen Menschen warten entweder auf Termine mit den in der Nähe befindlichen Ausländerbehörden oder aber sie machen hier nur Zwischenstation auf dem Weg nach Großbritannien.

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Bisher hielten sich diese Einwanderer, darunter viele sogenannte Transmigranten, hauptsächlich im nahegelegenen Maximilianpark auf, doch dort werden sie auf Geheiß des belgischen Innenministeriums und des Staatssekretariates für Asyl und Einwanderung regelmäßig vertrieben. Aber ähnlich wie der Park sind auch der Nordbahnhof und seine unterirdischen Bushaltestellen nicht für den permanenten Aufenthalt von vielen Menschen eingerichtet. 

Inzwischen finden auch die Fahrgäste von De Lijn ihre Busse wieder

Im Laufe der Zeit fühlten sich De Lijn-Busfahrer und auch viele Fahrgäste von den vielen Einwanderern belästigt und auch der Unrat, den so viele Menschen zurücklassen, sorgte nicht gerade für Wohlbefinden, deshalb hatte sich die flämische Nahverkehrsgesellschaft De Lijn erfolglos an die Region Brüssel-Hauptstadt und die zuständige Brüsseler Gemeinde Schaarbeek gewandt, um sich mit dem Problem zu beschäftigen. Dies wurde zwar zum Politikum, bzw. zu einem Zuständigkeitsstreit zwischen Flandern und der Brüsseler Region, doch De Lijn kam hier zu kurz.

Deshalb wurde gedroht, den Nordbahnhof nicht mehr anzusteuern und zum Rogierplein auszuweichen, was seit dem vergangenen Montag auch Fakt ist. Inzwischen haben die Fahrgäste von De Lijn, darunter zahlreiche Berufspendler aus dem Brüsseler Umland, die neuen Haltestellen am Rogierplein entdeckt. Allerdings sind die Fußwege zwischen Bahnhof und Rogierplein recht lang und schnelle Anschlüsse sind so nicht zu gewährleisten.

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BELGA/WARNAND

Inzwischen will sich auch die internationale Fernbusgesellschaft Flixbus De Lijn anschließen und den Nordbahnhof als Anlaufstelle ebenfalls verlassen. Hier haben die Busfahrer Probleme mit Gepäckdiebstahl und mit Transmigranten, die versuchen, illegal an Bord von Flixbussen nach Grußbritannien zu gelangen. 

Nicolas Maeterlinck

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