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Flandern will jährlich bis zu 30.000 Studierende Erasmus-Erfahrungen machen lassen

Das belgische Bundesland Flandern will bis 2021 erreichen, dass jährlich mindestens 30.000 Studierende und auch Lehrkräfte an Erasmus+ teilnehmen. Das ist das neue und erweiterte Austauschprogramm für Europa, das 2021 für die Dauer von sechs Jahren laufen wird. Flandern ist der Ansicht, dass die Erfahrungen, die über Erasmus bzw. über Erasmus+ gemacht werden können, von unschätzbarem Wert sind.

Flanderns Bildungsministerin Hilde Crevits (CD&V) kündigte dieses Vorhaben im Rahmen eines EU-Treffens der Bildungsminister in Brüssel an, an dem alle Länder und Regionen in Belgien teilgenommen haben. Die EU-Kommission will Erasmus+ ab 2021 noch weiter in den Fokus rücken. Die bisherige Version des studentischen europäischen Austauschprogramms ist ein großer Erfolg, den die Kommission und die EU-Mitgliedsländer weiter ausbauen wollen.

Bisher können in erster Linie die Studierenden von Erasmus profitieren und im Rahmen dieses Austauschprogramms ein Auslandsjahr in einem anderen Land belegen oder Auslandspraktika absolvieren. Doch in Zukunft soll so auch Lehrkräften die Möglichkeit eingeräumt werden, via Erasmus+ solche Erfahrungen zu sammeln, sei es in Form von Unterrichten, die sie im Ausland geben können, sei es als Studierende, die Lehrmittel und/oder Lehrkräfte im europäischen Ausland analysieren wollen.

Besonders für Studierende aus eher sozial schwachen Haushalten wird so eine finanzielle Möglichkeit geboten, Erfahrungen im Ausland an einer Uni, einer Hochschule oder im Rahmen eines Praktikums zu sammeln. 

„Neun von 10 Jugendlichen finden es wichtig, im Ausland studieren und auch Lebenserfahrung sammeln zu können.“

Flanderns Bildungsministerin Hilde Crevits (CD&V)

Flanderns Landesbildungsministerin Hilde Crevits gab dazu an, dass dieses Jahr etwa 10.000 Studierende aus ihrem Bundesland Erasmus-Erfahrungen sammeln konnten: „Neun von 10 Jugendlichen finden es wichtig, im Ausland studieren und auch Lebenserfahrung sammeln zu können. In Zukunft zielen wir auf rund 30.000 Erasmus+-Teilnehmer aus Flandern.“ Die flämische Christdemokratin will zudem, dass auch Schüler und Studierende davon profitieren können, die aus technischen und Berufsschul-Ausbildungen kommen.

Dazu braucht es aber ausreichend finanzielle Mittel. Die EU-Kommission und die Bildungsminister der Europäischen Union bitten jetzt das Europäische Parlament darum, einer Verdopplung der Mittel für Erasmus zuzustimmen. Das bedeutet, dass für den Zeitraum 2021 bis 2027 rund 30 Milliarden Euro benötigt werden, um bis zu 12 Millionen jungen Europäer in den Genuss von Erasmus+ kommen zu lassen. 

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