LimbU: Die Provinz Limburg hat eine virtuelle und nachhaltige Währung

Die Einwohner von neun Kommunen in der flämischen Provinz Limburg können bald an bestimmten Orten und zu gegebenen Anlässen mit einer eigenen Währung bezahlen. Der LimbU ist eine Art digitale Gemeinschaftswährung, die zum Beispiel in lokalen Einrichtungen gültig sein wird. Diese Währung ist nachhaltig, denn sie kann in gemeinnützigen Einrichtungen „verdient“ und „ausgegeben“ werden. Doch die Initiative zum LimbU brauchte die Hilfe einer „echten“ Bank, um ihr Projekt bei der Belgischen Nationalbank (BNB) zulassen zu können.

Neun Kommunen, die Provinz selbst und die Abfall-Interkommunale Limburg.net in der flämischen Provinz Limburg führen sofort die digitale Gemeinschaftswährung LimbU ein. Gültig ist diese alternative Währung zunächst in lokalen Läden (dies soll weiter ausgebaut werden) oder in kommunalen Schwimmbädern, Bibliotheken und Kulturzentren. Der Wechselkurs ist einfach: 1 LimbU entspricht 1 Euro. Für die Verbreitung des LimbU sind sowohl die teilnehmenden Städte und Gemeinden zuständig, als auch der in Belgien interkommunale Abfallentsorgungsverband Limburg.net.

Der LimbU soll in erster Linie als Mittel der Vergütung gelten. Damit kann zum Beispiel ehrenamtliche Vereinsarbeit vergütet werden oder auch Blutspenden und die Teilnahme an Erste-Hilfe-Kursen sowie die freiwillige Teilnahme an lokalen Initiativen, darunter eben auch Müllsammelaktionen.

Mit dem LimbU will die Provinz dem ohnehin schon stark ausgeprägten Gemeinschaftsgefühl der Limburger einen weiteren Schub geben. Jedem, der sich für die Aktion anmeldet, wird eine bestimmte Summe LimbU auf eine spezielle Bankkarte überwiesen, die dann an oder in den oben erwähnten Einrichtungen als Zahlungsmittel eingesetzt werden kann.

Mit der Hilfe einer „echten“ Bank

Geplant war, den LimbU schon vor dem vergangenen Sommer in Umlauf zu bringen, doch die Belgische Nationalbank (BNB) verzögerte das Verfahren, weil einige wichtige Fragen offen blieben. Deshalb wendeten sich die Initiatoren an eine „echte“ Bank und zwar an Belfius. Durch die Tatsache, dass 1 LimbU so viel wert ist, wie 1 Euro brauchte man eine Lizenz und die sicherte Belfius zu. Damit, so einer der Initiatoren, habe diese virtuelle Währung auch gleich „Glaubwürdigkeit“ erlangt…

Die Vereinigung ohne Erwerbszweck „Uitmuntend Limburg“ will die Bürger der Provinz dazu ermutigen, sich auf lokaler bzw. kommunaler Ebene einzusetzen und mit einzubringen. Wim Van de Putte, der Koordinator der LimbU-Initiative, sagte dazu schon im vergangenen Jahr, dass diese digitale Währung als Stimulanz gedacht sei: „Leute, die mit LimbU zahlen, werden als Bürger anerkannt, die etwas Positives für die Gemeinschaft leisten.“ Van de Putte erinnert aber daran, dass der LimbU keine Ersatzwährung für den Euro ist, sondern eine Ergänzung.

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