Unzufriedene Reisende: Belgiens Bahn entschuldigt sich für die Unpünktlichkeit

Die Zufriedenheit der Reisenden und der Pendler mit der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB war noch nie so schlecht, wie in diesen Tagen. Die Bahn selbst hatte die Zufriedenheit ihrer Kunden gemessen, doch laut der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd finden nur noch 61 % der Befragten (die Bahn sprach 4.400 Fahrgäste an), dass die NMBS/SNCB gute Arbeit leistet. Das ist ein historischer Tiefstand.

Bei der letzten bahneigenen Zufriedenheitsbefragung im vergangenen Jahr lag der Wert noch bei 65 %. Die häufigsten Kritikpunkte sind in erster Linie die Pünktlichkeit der Züge, gefolgt von der Preisen für die Fahrscheine.

„Wir sind natürlich nicht zufrieden mit diesem Resultat. Die Pünktlichkeit der Züge ist dürftig, das stimmt. Das ist der Schlüssel dazu, mehr zufriedene Reisende zu erreichen, also werden wir vor allem daran arbeiten.“, so Bahnsprecher Dimitri Temmerman. Dies müsse sehr schnell verbessert werden, so Temmerman weiter, denn „die Reisenden haben ein Recht darauf. Pünktlichkeit ist unsere absolute Priorität.“

Obschon die belgische Eisenbahn im Gegensatz zu den Bahnen in den Nachbarländern eigentlich sehr günstige Fahrpreise aufweisen kann, z.B. durch viele verschiedene Angebote, sind die Tickets vielen Reisenden zu teuer. Laut Temmerman wolle man auch dieses Problem analysieren. 

„Ein dickes Lob für unser Zugpersonal, das der erste Ansprechpartner für unsere Kunden ist.“

Bahnsprecher Dimitri Temmerman

Weitere Kritikpunkte von Seiten der Fahrgäste ist die mangelhafte Infrastruktur der Bahn, vor allem in den und rund um die  Bahnhöfe, sowie auch die Sauberkeit in den Stationen und in den Zügen. Doch es gibt auch Positives zu bemerken: Auffallend viele Bahnreisende sind mit der Arbeit der Schaffner in den Zügen zufrieden und bewerten deren Arbeit eher als sehr gut.

Auch das Personal in den  Bahnhöfen, z.B. an den Fahrkartenschaltern schneidet gut ab, wenn auch etwas schlechter als die Zugbegleiter.

Vor einigen Tagen hatte schon Bahnchefin Sophie Dutordoir gegenüber der VRT angedeutet, dass die Klagen der Bahnreisenden seit Jahrzehnten die gleichen seien, doch hier trage auch die Politik eine Mitschuld: „Wenn die  Bahn so ist, wie sie ist, dann liegt das auch am Ausbleiben einer Vision von Seiten der Politik gegenüber unserem Unternehmen.“

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