Die Brüsseler Banksy-Ausstellung musste abgebrochen werden

Die auch an dieser Stelle vor einigen Tagen bejubelte Banksy-Ausstellung in einem früheren Delhaize-Warenhaus in Brüssel ist abgebrochen worden. Die Werke der Ausstellung „Banksy Unauthorized“ wurden von den Behörden beschlagnahmt. Aus Unsicherheiten bezüglich von Versicherungen und Ungereimtheiten zogen die lokalen Veranstalter selbst den Stecker aus dem Projekt rund um das Thema Street Art.

Ende der vergangenen Woche hatten die belgischen Behörden die rund 60 Werke der Ausstellung „Banksy Unauthorized“ beschlagnahmt. Das deutsche Unternehmen „On Entertainment“ hatte wohl keine Genehmigung des britischen Künstlers Banksy, dessen Werke auszustellen und die Bilder waren nicht versichert. Das deutsche Unternehmen hatte sich an die lokalen Veranstalter, die Vereinigung „Strokar“ gewendet, um im Rahmen derer Ausstellung rund um Brüsseler Streetart-Künstler in den Räumlichkeiten eines früheren Delhaize-Warenhauses auch Werke von Banksy zeigen zu dürfen.

Bei „Strokar“ ließ man sich nicht zweimal bitten und sagte wohl etwas blauäugig zu. Bis Donnerstagabend war auch alles okay, doch dann erreichte die Veranstalter ein beunruhigender Abruf des Anwalts eines gewissen Steve Lazarides. Dieser, ein früherer Geschäftspartner von Banksy (heute haben sich die beiden nicht mehr viel zu sagen), lässt seit Jahren seine eigene Sammlung an „Banksys“ - ergänzt mit anderen Werken aus Privatsammlungen - lukrativ durch Europa reisen. Doch offenbar wusste dieser nichts von der Brüssel-Schau und stellte entsprechende Fragen.

Jetzt bekamen die Ausstellungsmacher von „Strokar“ kalte Füße. Sie hatten damit gerechnet, dass die rund 15 Mio. € teure Ausstellung ihre Kasse klingeln lassen könnte, denn sie bekamen von „On Entertainment“ 10 % der Gesamteinnahmen an dem Projekt. Doch ohne gültige Versicherungspapiere der deutschen Projektleiter meldeten sie den Fall der Brüsseler Staatsanwaltschaft. Diese beschlagnahmte die rund 60 Werke von Banksy und ließ sie von einem Gerichtsvollzieher abholen. „Strokar“ konnte sich auf diese Weise in letzter Instanz schadlos aus dem Projekt zurückziehen. Die Street Art-Ausstellung läuft aber wie geplant weiter und ist auch durchaus sehenswert - alleine schon durch die Location.

Steve Lazarides und On Entertainment müssen sich jetzt vor einem Brüsseler Gericht um die Herausgabe der Werke streiten. Bansky wird sich wohl im Verborgenen biegen vor Lachen. Auf die Fassade des alten Warenhauses sprühte ein Unbekannter übrigens in rosa das Wort „Fake“… 

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