Fußballskandal: Belgiens Fußballbund wagt die Flucht nach vorne

Im Rahmen einer Anhörung zum Thema Fußballskandal im flämischen Landesparlament kündigte der Belgische Fußballbund KBVB an, dass man nicht auf die richterlichen Urteile gegen die Verdächtigen warten wolle und selbst Sanktionen ergreift. Inzwischen wurde auch bekannt, dass man versucht hat, drei Spielerinnen der Jugendmannschaft der Red Flames zu bestechen. 

Thibault De Gendt (Foto), der „integrity officer“ des belgischen Fußballverbandes, sagte im flämischen Landesparlament, dass man beim KBVB nicht auf die Urteile der Justiz gegen die Verdächtigen im Fußballskandal warten wolle. Mehr als 20 Personen - Spielermakler, Schiedsrichter, Vereinsfunktionäre, Spieler und Trainer sowie ein Anwalt - stehen im Verdacht, Matchfixing begangen zu haben, Steuern und Sozialabgaben hinterzogen zu haben und auch Transfergelder sind oft im hohem Maße „unter dem Ladentisch“ geflossen.

Laut De Gendt können sich derartige Verfahren und Prozesse über Jahre hinziehen und solange wolle man nicht warten. Wann der KBVB entsprechende eigene Sanktionen verhängen werde, konnte der „integrity officer“ des belgischen Fußballverbandes noch nicht sagen. Dies hänge von der Entwicklung innerhalb der verschiedenen Dossiers ab. Doch noch in der laufenden Saison sollen die ersten Akteure zu hören bekommen, wie sich der Verband zu deren Vergehen äußern wird.

Weiterer Manipulierungsversuch bei U16-Spielerinnen

Im Rahmen dieser Anhörung vor flämischen Landtagsabgeordneten sagte KBVB-Mann De Gendt auch, dass ein weiterer Fall von Wettbewerbs-Beeinflussung bekannt geworden ist und zwar vor nur wenigen Monaten im Jugendfußball: „Es handelt sich dabei um drei 15 Jahre alte Spielerinnen der jungen ‚Red Flames‘ (das U16-Team der Frauennationalmannschaft (A.d.R.)). Sie wurden nach einem Training von einem türkischen Mann angesprochen, der ihnen jeweils 50.000 Dollar anbot, um ein Spiel zu beeinflussen. Die Mädchen haben sofort den KBVB unterrichtet, der die internationalen Verbände (UEFA und FIFA (A.d.R.)) und auch die belgische Staatsanwaltschaft davon informierte. Die Ermittlungen laufen noch.“

Das bedeutet, dass es Bestechung und Bestechungsversuche im Zusammenhang mit Matchfixing auf vielleicht jeder Ebene im belgischen Fußball gibt: Nationalmannschaften, Profiligen, Amateure… Man müsse von Anfang an alle jungen Akteure im hiesigen Fußball vor den möglichen Gefahren von Betrug und Beeinflussung warnen und diese eingehend dahingehend zu informieren, so De Gendt.   

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