Laurie Dieffembacq

Belgiens Unternehmer fordern ein Ende der Marrakesch-Debatte: „Es gibt wichtigere Probleme im Land!“

Der belgische Arbeitgeberverband VBO bittet die Bundesregierung darum, endlich mit dem Koalitionsstreit zum UN-Einwanderungspakt aufzuhören. Vor den Parlamentswahlen im Mai 2019 müssen noch einige wirtschaftliche Dossiers bearbeitet werden, die auf der Tagesordnung stehen, wie Pieter Timmermans (Foto), der Vorsitzende des VBO andeutete.

„Arbeitgeber beschäftigen sich nicht mit dem Marrakesch-Abkommen, sondern mit den Problemen, mit denen sie tagtäglich konfrontiert werden.“, sagte Pieter Timmermans dazu. Überall, wo er hingehen werde er mit Fragen zu wichtigen Dossiers bombardiert, die immer noch auf der Tagesordnung stehen und eigentlich ausgeführt werden müssen: „Kommt die Abstimmung zum Job-Deal? Wird ein Mobilitätsbudget für Arbeitnehmer eingeführt? Wie steht es um die Energienormen?“ Dies seien die Probleme, um die es in der Wirtschaft im eigenen Land gehe und nicht um den UN-Einwanderungspakt.

„Arbeitgeber beschäftigen sich nicht mit dem Marrakesch-Abkommen, sondern mit den Problemen, mit denen sie tagtäglich konfrontiert werden.“

VBO-Vorstand Pieter Timmermans

VBO-Vorstand Timmermans gab am Mittwochmorgen gegenüber VRT NWS auch zu verstehen, dass er bedauern würde, wenn die Regierung so kurz vor dem Ende der Legislaturperiode noch über den UN-Einwanderungspakt stolpern würde. Vor allem die flämischen Nationaldemokraten der N-VA haben Probleme mit dem Abkommen, das beim entsprechenden Gipfel in Marrakesch unterzeichnet werden soll.

„Löst das Problem, denn sonst wird die gute Arbeit der Regierung, die in den letzten vier Jahren geleistet wurde, eingeschneit.“

VBO-Vorstand Pieter Timmermans

„Löst das Problem, denn sonst wird die gute Arbeit der Regierung, die in den letzten vier Jahren geleistet wurde, eingeschneit. Löst das Problem und sorgt dafür, dass die Regierung nicht fällt!“, so Timmermans eindringlich. Über das Abkommen selbst will sich der Unternehmerchef nicht äußern.

Pieter Timmermans sagte dazu nur, dass das Thema Einwanderung eine konstruktive Debatte verdiene. Dies könne auch Lösungen für den derzeit herrschenden Fachkräftemangel bieten, doch völlig offene Grenzen seien auch für die Arbeitgeber keine ideale Vorstellung, denn dann könne der Arbeitsmarkt übersättigt werden: „Also muss eine gute Politik geführt werden und da stehen wir natürlich hinter.“

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