Auch Belgien droht ein Stromengpass bei einer Kältewelle Anfang 2019

Nach Berechnungen des Verbandes der Europäischen Übertragungsnetz-Betreiber (ENTSO-E) konnte es bei einer Kältewelle im Januar 2019 zu einem Stromengpass in Belgien kommen. Doch auch einige Regionen in anderen europäischen Ländern scheinen derzeit in Sachen Energieversorgung einem harten Winter nicht gewappnet zu sein.

Die europäischen Stromnetzbetreiber gehen davon aus, dass das belgische Stromnetz bei anhaltenden Temperaturen unter 5°C bei gleichzeitiger Windstille durchaus überlastet sein könnte, bzw. dass die Kapazität der Stromversorgung auf Dauer nicht ausreichen wird.

Im Falle eines „normalen“ Winters wird kein Engpass befürchtet, so der Verband, doch eine Kältewelle in Europa könnte in gleich vier EU-Ländern für Probleme sorgen. Davon betroffen wären neben Belgien auch Frankreich, Teile Italiens und Slowenien.

Belgien hat für den Fall der Fälle einen Plan für ein sogenanntes „brown out“ vorbereitet, in dem es lokal über das ganze Land verteilt zu geplanten Stromabschaltungen kommen würde. Nur energierelevante Kommunen mit hohem Industrieaufkommen sind davon ausgeschlossen.

In Belgien sind in diesen Tagen nur zwei von insgesamt sieben Kernreaktoren am Netz. Die anderen Meiler hat Kraftwerksbetreiber Engie Electrabel wegen Unterhalts- und Reparaturarbeiten heruntergefahren. Ende Dezember soll ein dritter Reaktor wieder Elektrizität produzieren.

Inzwischen laufen einige nur unregelmäßig arbeitende Gaskraftwerke auf vollen Touren und u.a. Deutschland hat zugesagt, bei einem Engpass in Belgien mit Stromlieferungen auszuhelfen. 

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