Düngemittel: Die Nitratwerte in Flanderns Flüssen wollen nicht sinken

In die flämischen Wasserläufe fließen nach wie vor zu viele Düngemittel und dies sorgt dafür, dass die Zielsetzung für die Senkung der Nitratwerte, die sich die Landesregierung gesetzt hat, nicht, erreicht werden können. Ein Bericht der flämischen Umweltbehörde, aus dem die Tageszeitung De Morgen zitiert, meldet überall Überschreitungen der Richtwerte.

An 28 % aller Nitratmesspunkte im belgischen Bundesland Flandern wurden in diesem Jahr die Richtwerte überschritten. Ziel der Landesregierung war aber, die bis 2018 an nur maximal 5 % der Messpunkte „zuzulassen“. Seit dem Zeitraum 2016/2017 ist die Zahl der Überschreitungen übrigens von 21 % auf 28 % angestiegen, so der Bericht der Landesumweltbehörde.

Zu hohe Nitratwerte werden in erster Linie an der Leie, an der Ijzer in Westflandern und an der Maas in Limburg gemessen, nicht zufällig Regionen, in denen intensive Landwirtschaft betrieben wird. Wesentlich besser steht es da um die Dender, denn dort sind entlang der Ufer mehr Landschaftsschutzgebiete, Auengebiete und Wohngebiete zu finden.

Gründe

Zum einen ist Nitratverseuchung in Wasserläufen eine Folge der Wetterumstände. Bei den anhaltenden Trockenperioden 2017 und 2018 konnten die Pflanzen auf den Agrarflächen nicht ausreichend Düngemittel aufnehmen und bei der langen und heftigen Regenzeit Ende 2017 strömten diese Düngemittel mit ihrem teils hohen Nitratgehalt vermehrt in die nahegelegenen Wasserläufe.

Doch auch die allgemeine Nutzung von Düngemitteln und von Mist sorgt für Probleme. Für die Landwirte gelten strenge Regeln für das Ausfahren von Dünger und Mist aus der Viehzucht. Das wird von den flämischen Landesbehörden auch recht streng kontrolliert. Aber nicht jeder Landwirt hält sich daran, denn das Beseitigen von Überzähligem Mist aus der Viehzucht kostet Geld. Hinzu kommt noch, dass viele landwirtschaftliche Großunternehmen auch in Flandern vermehr auf Kunstdünger setzen.

Abhilfe?

Ab dem kommenden Jahr gilt der neue flämische Düngerplan „MAP 6“, mit dem die Landesbehörden das Trink- und das Oberflächenwasser besser gegen Nitrate und Phosphate aus der Landwirtschaft schützen will. Dieser Plan läuft bis 2022, wie Landesagrar- und Umweltministerin Joke Schauvliege (CD&V) dazu angibt.

Naturschutzverbände in Flandern sagen, dass „MAP 6“ nicht weit genug geht und lediglich Kleinbauern betrifft, während die industrielle Landwirtschaft „verschont“ wird, wie De Morgen dazu schreibt. Fakt ist, dass die Agrarfläche in Flandern für die vor allem intensiv betriebene Viehzucht zu klein ist. 

Europa

In Flandern sind offiziell rund 1,33 Millionen Kühe und Rinder gemeldet sowie mehr als 6 Millionen Schweine. Dies sorgt alleine für 128 Millionen Stickstoff in Kunstdünger. Spätestens 2027 muss sich Flandern in dieser Frage der EU-Kommission stellen. Bis dahin müsste sich einiges in dieser Hinsicht ändern, wie Naturschützer gegenüber De Morgen und VRT NWS andeuten. 

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