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Lobbyarbeit gegen Alibaba am Lütticher Flughafen in Bierset?

Aéroports de Paris, der Hauptaktionär des Lütticher Flughafens, hat offenbar in der vergangenen Woche das Dossier zur geplanten Niederlassung des chinesischen E-Commerce-Giganten Alibaba blockiert. Man wolle die vollständige diesbezügliche Akte studieren,  bevor man eine Genehmigung ermögliche, hieß es bei einer Vorstandssitzung in Paris dazu.

Alibaba will am Liège Airport im Lütticher Ortsteil Bierset seinen ersten europäischen Hub errichten, doch das Dossier stößt auf Widerstand. Erste Bedenken führt Aéroports de Paris, der Hauptaktionär des Lütticher Flughafens an. Diese Gesellschaft hält 25 % der Aktien am Liège Airport.

ADPm (Aéroports de Paris Management) gehört zu einem Konsortium, dass 50,3 % der Aktien in Händen hällt. Zu NEB Participations gehören Banken, Versicherungen, die regionale wallonische Investierungsgesellschaft Sowarex und andere. ADPm hat in diesem Rahmen eine Sperrminorität.

Bisher gingen die Behörden in der Wallonischen Region und in der Provinz Lüttich davon aus, dass sich Alibaba in Bierset niederlassen wird. Doch mit Lobbyarbeit dagegen, hat dort wohl niemand gerechnet, wie die frankophone Tageszeitung La Libre Belgique schreibt. Offenbar fußt die vorläufige Weigerung von Aéroports de Paris auf Druck des US-Parcelservices TNT/FedEx.

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Noch im vergangenen Jahr hatte FedEx angekündigt, seine Niederlassung in Lüttich gehörig ausbauen zu wollen, meldet die Tageszeitung Le Soir in diesem Zusammenhang. FedEx hat sein Auge offenbar auf ein 22 Hektar großes Gelände geworfen, das jetzt Alibaba versprochen worden ist. Offenbar hat TNT-FedEx damit gedroht, den Standort Lüttich zu verlassen.

Keiner der Beteiligten wollte sich zu dem Vorgang äußern. Von politischer Seite her verlautete nur so viel: „Der Deal wird gemacht.“ Auf dem Spiel stehen viele direkte und indirekte Arbeitsplätze. Möglicherweise muss eine Hauptversammlung den Knoten lösen. In den kommenden Tagen und Wochen muss hier eine Entscheidung fallen. Alibaba will hunderte neue Jobs an seinem ersten europäischen Drehkreuz schaffen. ADPm und TNT/FedEx beschäftigen derzeit mehrere Tausend Mitarbeiter. TNT ist dabei alleine für 1.700 Beschäftigte verantwortlich. 

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