Findet UN-Klimakonferenz 2019 in Brüssel statt?

Jetzt, da Brasilien sein Angebot, 2019 die COP 25 auszurichten, zurücknimmt, schlagen die flämischen und französischsprachigen Grünen, Groen und Ecolo, Brüssel als Alternative vor. Nächste Woche beginnt die diesjährige Klimakonferenz im polnischen Kattowitz.

Die UN-Klimakonferenz COP 25 hätte 2019 eigentlich von Brasilien ausgerichtet werden sollen. Doch die brasilianische Regierung hat ihre Kandidatur zurückgezogen. Als Grund nannte das Außenministerium am Mittwoch die derzeitigen Haushaltszwänge und die Amtsübergabe an die neue Regierung am 1. Januar 2019. Dann tritt der neu gewählte Präsident Jair Bolsonaro sein Amt an. Kritiker werfen dem Rechtspopulisten vor, keinen Wert auf Umwelt- und Klimaschutz zu legen. Die UN sucht nun nach einem neuen Ort für die UN-Klimakonferenz 2019.

Jetzt, da Brasilien sein Angebot zurücknimmt, schlagen die Grünen beider Sprachgemeinschaften, Groen und Ecolo, der belgischen Regierung vor, den Klimagipfel nach Brüssel zu holen.

"In der Welt von Trump, Bolsonaro und in einem Europa, in dem Orban & Co. immer mehr Einfluss haben, müssen wir die belgische Tradition der europäischen und internationalen Zusammenarbeit wieder aufnehmen“, betonte Kristof Calvo, der Fraktionsführer der belgischen Grünen im Parlament. "Die Ausrichtung eines solchen Gipfels in der Hauptstadt der europäischen und internationalen Zusammenarbeit könnte ein wichtiges Signal sein."

Nach Auffassung der Grünen ist der Vorschlag eine Möglichkeit für die Regierung, sich in Klimafragen und im Bereich der internationalen Zusammenarbeit wieder aufzurappeln.

Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass Belgien einen europäischen Vorschlag zur Verschärfung der Klimaziele blockiert und dass das Land mit dem UN-Migrationspakt zaudert, beklagte Georges Gilkinet, ebenfalls Fraktionsführer von Ecolo­-Groen im belgischen Parlament: „Diplomatisch gesehen sind wir gekentert. Und in der Klimapolitik hängen wir hinterher.“

Die Absicht der Grünen ist zum einen, dass sich Belgien eindeutig für den Multilateralismus einsetzt und zum anderen, dass Belgien die heutige und künftige Regierung zu ambitionierteren Klimazielen zwingt, so Gilkinet auch noch.

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