Größter belgischer Klimamarsch zieht durch Brüssel

Die Organisationen Climate Express, KlimaKoalition und BOS+ ziehen an diesem Sonntag mit dem größten Klimaprotest, den es je in Belgien gegeben hat, durch die Brüsseler Innenstadt.

Die Polizeizone Brüssel-Hauptstadt-Elsene rechnet mit bis zu 25.000 Aktivisten, die am Klimamarsch "Claim The Climate" teilnehmen. Bei Facebook haben sich allerdings mehr als 40.000 Personen eingeschrieben.

Der Anlass des Klimamarsches ist die 24. Weltklimakonferenz im polnischen Kattowitz. An diesem Sonntag ist Auftakt des Klimagipfels in Polen. Die Demonstranten, die an diesem Sonntag in Brüssel in großen Massen für den Klimaschutz auf die Straße gehen, fordern von den belgischen Politikern sowohl langfristig als auch kurzfristig einen ehrgeizigeren Kurs bei der nationalen Klimapolitik. So soll die globale Erwärmung auf 1,5 Grad begrenzt werden, wie es im Pariser Abkommen stehe, heißt es.

Die Demonstranten versammeln sich an diesem Sonntag in der Nähe des Brüsseler Nordbahnhofs. Von dort aus ziehen sie über die Koning Albert II-laan, entlang Kruidtuin und Madou, über die Wetstraat und den Schuman-Platz zum Jubelpark. Dort werden ab 15 Uhr mehrere überraschende Auftritte stattfinden.

Ein Teil der Demonstranten wird mit dem Rad an dem Protest teilnehmen. Die Radfahrer beginnen eine halbe Stunde später ihren Demonstrationszug und werden in umgekehrte Richtung auf den kleinen Ring fahren. Die beiden Gruppen werden sich an der Kreuzung Kunst-Wet treffen und den letzten Teil des Marsches zum Jubelpark gemeinsam ablegen.

Die Polizei rechnet mit großen Verkehrsproblemen und ruft die Bürger auf, nicht mit dem Auto in die Stadt zu fahren. Die öffentlichen Verkehrsmittel der Nahverkehrsgesellschaft MIVB sind an diesem Sonntag kostenlos und die belgische Bahn NMBS bietet ein so genanntes Green Ticket für 5 Euro an.

Das wichtigste Ziel der Konferenz im polnischen Kattowitz ist es, das Regelwerk für das Pariser Klimaabkommen auszuarbeiten. Die Vertreter der Vertragsstaaten sollen sich bereit erklären, ihre Klimaschutzziele deutlich zu steigern.

Auf der Pariser Klimaschutzkonferenz (COP21) im Dezember 2015 einigten sich 195 Länder erstmals auf ein allgemeines, rechtsverbindliches weltweites Klimaschutzübereinkommen. Die Staaten einigten sich u.a. auf ein langfristiges Ziel, "den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2 °C gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen" und das Ziel, "den Anstieg auf 1,5 °C zu begrenzen, da dies die Risiken und Folgen des Klimawandels deutlich vermindern würde."

Pfadfinder beim Klimamarsch
Am Nordbahnhof
Politiker Olivier Maingain, DéFI
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