Bpost: Sinkender Aktienwert und weniger Briefkästen

Der Aktienwert der Belgischen Post ist am Dienstag an der Brüsseler Börse ist mit einem hohen Verlusten in den Handel gegangen. Die Aktie verlor am Morgen 20 % ihres Wertes und lag zeitweise zum ersten Mal seit der Notierung an der Börse 2013 unter 9 €. Gleichzeitig wurde bekannt, dass die belgische Post nächstes Jahr definitiv 3.000 Briefkästen aus dem Straßenbild entfernt.

Grund für die negative Entwicklung der Bpost-Aktie sind offenbar Berichte über eine Gewinn-Warnung aufgrund eines Abkommens, auf das sich das Post-Management in den vergangenen Tagen mit den Gewerkschaften einigen konnte. Nach einem fünftägigen Streik der Belegschaft hatte sich die Direktion dazu bereit erklärt, mehr Personal einzustellen und Maßnahmen zu treffen, um den hohen Arbeitsdruck zu mindern.

Auf solche Entwicklungen reagiert der Börsen- und Aktienhandel besonders nervös… Die belgische Post war 2013 an die Börse gegangen und stieg mit einem Aktienwert von rund 14,50 € in den Handel ein.

Im Laufe des Montags wurde zudem bekannt, dass die Post im kommenden Jahr rund 3.000 Briefkästen abbauen wird. Derzeit sind davon noch rund 13.000 Exemplare im Straßenbild zu entdecken. Doch zwischen 25 und 30 % von ihnen sind nach Ansicht von Postchef Koen Van Gerven durch den Rückgang des Briefverkehrs nicht mehr zwingend notwendig. Dies hatte der Post-CEO Ende Juni bereits vor dem parlamentarischen Ausschuss für Infrastruktur bemerkt. 

„Das Netz der roten Briefkästen ist seit 2004 nicht mehr an die Entwicklung des Kundenverhaltens abgepasst worden.“

Bpost-Sprecherin Barbara Van Speybroeck

Bpost-Sprecherin Barbara Van Speybroeck sagte dazu am Dienstag: „Das Netz der roten Briefkästen ist seit 2004 nicht mehr an die Entwicklung des Kundenverhaltens abgepasst worden.“ Dass weniger Briefe geschrieben und auf die Post gegeben werden, ist auch ein Grund dafür, dass die Bpost-Aktie an der Börse an Wert verliert. Seit 2004 hat dieser Bereich der traditionellen Postaufgaben rund 60 % an Volumen verloren.

Bpost erinnert aber daran, dass rund 10.000 Briefkästen aktiv bleiben und regelmäßig geleert werden. Damit habe Belgien noch immer eines der engsten Briefkastennetze in Europa, so Bpost-CEO Van Gerven. Zudem könne man seine Briefe auch direkt bei den Postämtern und bei den Postpunkten abgeben, so der Postchef.

Ab dem 1. Januar 2019 führt Bpost Experimente mit Unterschieden  zwischen den Briefarten durch. Dabei wird zwischen Briefen, die innerhalb eines Tages zugestellt werden müssen (wie z.B. beim herkömmlichen „Prior-System“) und Briefen, die bis zu drei Tage unterwegs sein können, unterschieden.

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