Danny Gys / Reporters

Lehrermangel in Flandern: Schuldirektoren reichen Klage ein

Zwanzig Direktoren aus Schulen im belgischen Bundesland Flandern haben aufgrund akuten Lehrermangels Klage beim flämischen Kinderrechts-Kommissar Bruno Vanopbergen eingereicht. Die Schuldirektoren sind der Ansicht, dass nicht alle Kinder die schulische Begleitung erhalten, auf die sie ein Recht haben. 

Laut einer Meldung der flämischen Tageszeitung Het Nieuwsblad hat der Verband der flämischen Schulleiter (VLVO), der rund 1.200 Schuldirektoren vertritt, diesen ein Modellschreiben zukommen lassen, dass alle Probleme aufzählt und das dazu aufruft, Klage gegen den Lehrermangel einzureichen.

Inzwischen haben bereits 20 der abgesprochenen Direktoren eine Klage beim flämischen Kinderrechts-Kommissar eingereicht. 200 weitere Institute haben entsprechende Probleme gemeldet. Sie haben, wie die meisten anderen Schulen, ein Problem damit, Lehrer, die in Rente gehen oder die krank werden, auch nur kurzfristig und zeitlich begrenzt ersetzen zu können.

Marie-Jeanne Baelmans vom Schulleiterverband VLVO sagte dazu gegenüber VRT NWS: „Das Recht auf Unterricht kann stellenweise nicht mehr garantiert werden, weil kein Ersatz zu finden ist. Die Situation ist rundweg himmelschreiend und in so vielen Schulen kommen die gleichen Probleme vor. Die Rechte von Kindern werden so geschunden.“ Baelmans hofft jetzt auf eine Reaktion auf politischer Ebene.

„Dass so viele Klagen eingereicht werden wird hoffentlich dafür sorgen, dass das Thema auf die Tagesordnung der hohen Politik gesetzt werden kann.“

Marie-Jeanne Baelmans, flämischer Schulleiterverband VLVO

Der Lehrermangel in Flandern ist nichts neues, denn dieser Beruf gilt hier schon längst als „Engpassberuf“. In den Augen der betroffenen Schulleiter ist es nicht 5 vor 12, sondern bereits 5 nach 12. Das Problem stehe eigentlich bereits die gesamte Legislaturperiode auf der Tagesordnung, doch die von der flämischen Landesregierung eingerichtete Lehrerplattform, auf Lehrer ohne feste Abstellung Aushilfsstellen übernehmen können, reicht nicht aus.

Flanderns Bildungsministerin Hilde Crevits (CD&V) hat bereits mehrere Maßnahmen ergriffen, um das Problem des Lehrermangels in den Griff zu bekommen. Jetzt will sie verstärkt für den Lehrerberuf werben und mit entsprechenden PR-Feldzügen die Attraktivität dieses Berufs einmal mehr bewerben. 

Weitere Nachrichten