Premierminister Michel empfängt eine Delegation der „Gelben Westen“

Belgiens Premierminister Charles Michel (MR) hat am Dienstagmorgen eine kleine Delegation der Protestgemeinschaft „Gelbe Westen“ an seinem Amtssitz in Brüssel empfangen. Michel hatte angesichts der umfangreichen Proteste gegen die Lebenshaltungskosten in unserem Land bereits letzte Woche angekündigt, mit den „Gelben Westen“ in den Dialog treten zu wollen.

Premier Michel steht derzeit schwer unter Druck, denn in der Frage des UN-Migrationspaktes und der Zustimmung dazu, steht ihm eine Regierungskrise ins Haus, die sogar zum Fall seiner Mitte-Rechts-Koalition führen könnte.

Dennoch ließ der frankophone Liberale den „Gelben Westen“ am Montagabend eine Einladung zu einem ersten Gespräch an diesem Dienstagmorgen zukommen. Was allerdings zwischen Michel und der Protestbewegung konkret am frühen Dienstagmorgen besprochen wurde, ist nicht bekannt.

Die „Gelben Westen“ führen seit rund zwei Wochen vor allem in Frankreich Proteste gegen die Verteuerung der Lebenshaltungskosten. Das Fass zum Überlaufen brachte dort die Ankündigung der Regierung Macron, die Steuern auf Dieselkraftstoff erneut anzuheben. Vor einigen Tagen schwappte diese Protestbewegung auch auf Belgien über.

Am vergangenen Freitag war es auch in Brüssel zu Protesten gegen die hohen Spritpreise und die hohen Abgaben auf Produkte des täglichen Lebens gekommen (Fotos unten). Dabei entstand schwerer Sachschaden und zwei Polizeiautos wurden in Brand gesteckt. 82 Krawallmacher wurden dabei in Polizeigewahrsam genommen. Trotzdem wollte der Premierminister Vertreter der Protestbewegung treffen.

Doch der Unmut der „Gelben Westen“ in Belgien hat sich noch nicht gelegt. Für den kommenden Samstag sind neue Proteste in Brüssel angesagt. Zumindest kursieren auf Facebook Aufrufe dazu, dann in die belgische Hauptstadt zu kommen, um vor dem Europäischen Parlament zu demonstrieren. Solche Aufrufe erfolgten auch in Frankreich. 

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