Sophie Kip

Alibaba kommt definitiv nach Lüttich: „Wichtiges Signal für unser Land!“

Am Mittwoch sind die Unterschriften unter die Verträge für die Investitionen des chinesischen E-Commerce-Giganten nach Lüttich unterzeichnet worden. Alibaba investiert über sein Tochterunternehmen Cainiao am Lütticher Flughafen im Ortsteil Bierset 75 Mio. €. Dazu kaufte sich der Konzern in ein rund 220.000 m² großes Gelände am Liège Airport ein. Belgiens Wirtschaftsminister Kris Peeters (CD&V) bezeichnete die Investition als ein „sehr wichtiges Signal“ für Belgien.

„Das Alibaba sich für eine Investition in Belgien entschieden hat, ist ein wichtiges Signal für unser Land.“, so Bundeswirtschaftsminister Peeters am Mittwoch in Lüttich. Peeters erinnerte daran, dass sich seine Regierung in den vergangenen Jahren dafür eingesetzt habe, die Rahmenbedingungen für Investitionen von Unternehmen wie Alibaba in Belgien zu schaffen. Damit sprach er auch strukturelle Erleichterungen für Sonntags- und Nacharbeit speziell im Bereich Onlinehandel an.

Der Standort Lüttich ist der erste in Europa für Alibaba. Der chinesische Konzern wird hier eine seiner „Electronic World Trade Platformen“ (eWTP) errichten. Das ist eine weltweite Plattform für den elektronischen Handel, den Alibaba-Erfinder Jack Ma selbst ins Leben gerufen hat. Ma will damit ein Ökosystem rund um den elektronischen Handel schaffen.

Das ausgerechnet Belgien das erste Land ist, in dem eine eWTP aufgebaut wird, nannte Wirtschaftsminister Peeters auch einen Glücksgriff: „Unsere Ambition ist in jedem Fall damit weiterzumachen, diesen Sektor auszubauen.“ Peeters lobte nicht zuletzt auch den regionalen wallonischen Wirtschaftsverband Awex, der jahrelang mit Alibaba verhandelt habe. 

Konkurrenz aus Deutschland und den Niederlanden

Walloniens regionaler Wirtschaftsminister Pierre-Yves Jeholet (MR) unterstrich, dass Liège Airport alles daran gesetzt habe, mit „einer heiligen Allianz der verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Ebenen“ dafür zu sorgen, dass sich dieser Weltkonzern gerade hier niedergelassen habe.

Man habe sich einer „aggressiven Konkurrenz aus Deutschland und den Niederlanden“ erwehren können, so Jeholet und dabei hätten alle Beteiligten in Belgien an einem Strang gezogen, „sogar der König persönlich hat sich mit der Entwicklung der Lage beschäftigt.“

Für Alibaba und sein Tochterunternehmen Cainiao war die geografische Lage Lüttichs im Zentrum Europas ausschlaggebend, so das Unternehmen, das allerdings noch keine genauen Angaben zur Zahl der letztendlich dort zu schaffenden Arbeitsplätze freigeben wollte. Die ersten Arbeiten zur Errichtung des Standorts sollen Anfang 2021 beginnen. 

AFP or licensors

Weitere Nachrichten