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Industriespionage? Auch in Belgien gerät Huawei ins Blickfeld der Behörden

Nach Meldungen der beiden belgischen Wirtschaftsblätter De Tijd und L’Echo laufen auch in unserem Land Ermittlungen gegen den chinesischen Telekom-Giganten Huawei. Das Unternehmen beliefert in Belgien u.a. die Mobilfunk-Anbieter Orange und Proximus. Die US-Sicherheitsbehörden warnen nicht erst seit gestern vor der Möglichkeit, dass Huawei über seine Hardware Industriespionage für den chinesischen Staat betreibt.

In Belgien beschäftigt sich derzeit das Zentrum für Cybersicherheit mit Huawei und mit den Geschäftspraktiken des chinesischen Telekom-Konzerns in unserem Land. Dabei wird auch an einer entsprechenden Risikoanalyse gearbeitet, wie De Tijd und L’Echo melden. Dies, so die Blätter weiter, könnte auch zu einer Verbannung Huaweis vom belgischen Markt führen.

Seit Jahren warnen die USA und andere Länder vor den Praktiken von Huawei, denn die Infrastruktur dieses Unternehmen, dass in rund  Ländern weltweit aktiv ist, öffne den chinesischen Behörden Tür und Tor für Industriespionage.

Bei Huawei in Belgien will man sich diesbezüglich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Dort heißt es lediglich dazu: „Wir haben nichts zu befürchten. Wir halten uns an die Regeln.“ Überdies hätten bisher nirgendwo Beweise dafür erbracht werden können, dass Huawei Industriespionage betreibe, so ein Unternehmenssprecher aus Belgien.

Aus dem Kabinett von Telekomminister Alexander De Croo (Open VLD) verlautete dazu, dass Huawei den belgischen Staat nicht mit seinen Produkten beliefere. Allerdings haben die belgischen Bundesministerien für Justiz und Soziales in den Jahren 2016 und 2017 rund 580 Smartphones bei Huawei geordert. 

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