Auch in Brüssel Gelbwesten-Proteste: Polizei greift energisch durch

Nicht nur in Paris demonstrieren die so genannten Gelbwesten, auch in Brüssel wurde eine Kundgebung angekündigt. Weit es am Freitag vergangener Woche dabei zu massiven Ausschreitungen gekommen war, ist die Polizei diesmal besonders auf der Hut. Sie führt unter anderem am Brüsseler Zentralbahnhof gezielte Kontrollen durch und es wurden schon mehr als 115 Personen präventiv festgenommen.

Die Polizei empfiehlt, den kleinen Brüsseler Ring und das Europaviertel zu vermeiden. Bisher kam es in der belgischen Hauptstadt aber noch nicht zu nennenswerten Zwischenfällen.

Kurz nach Mittag kam es in der Montoyer-Straße in Brüssel zu einer ersten Konfrontation zwischen den Gelbwesten und der Polizei. Etwa fünfhundert Demonstranten gingen durch die Wetstraße in Richtung Schumanplatz, wurden dabei aber von der Polizei blockiert.

Die Demonstranten gingen dann über die Seitenstraßen zur Belliardstraße, aber auch die war gesperrt. In der Montoyer-Straße gelang es einer kleinen Gruppe von Demonstranten, die Polizei zu umgehen, woraufhin es zu einer Konfrontation kam. Die Polizei wurde mit Knallkörpern, Flaschen und einem Straßenschild beworfen. Sie reagierte mit Tränengas. Inzwischen hat sich die Lage wieder beruhigt. Es ist nicht klar, ob es Personen verletzt wurden.

Wie in Frankreich äußert die Gelbwestenbewegung vor allem im wallonischen Süden Belgiens mit Straßenblockaden und spontanen Kundgebungen ihre Unzufriedenheit über steigende Treibstoffpreise, hohe Steuern und gestiegene Lebenshaltungskosten.

Es ist unklar, wie viele Demonstranten sich am heutigen Samstag die Mühe machen werden, in die belgische Hauptstadt zu kommen, aber die belgische Polizei ist vorbereitet. Polizeisprecherin Ilse Van de keere verspricht eine massive Polizeipräsenz, aber im Gegensatz zu Paris werden in Brüssel keine Veranstaltungen abgesagt.

Manche Züge halten nicht im Brüsseler Zentralbahnhof

Vergangene Woche Freitag endete eine erste Gelbwestenkundgebung in Brüssel mit Gewalt.  Demonstranten warfen Pflastersteine und Verkehrsschilder auf die Polizei.  Zwei Polizeifahrzeuge gingen in Flammen auf. 

Diese Woche riefen belgische Gelbwesten auf Facebook LKW-Fahrer und Landwirte auf, sich dem Protest anzuschließen. Die Polizei zog Lehren aus dem, was letzte Woche passiert ist, und ist massiv anwesend.

Polizeisprecherin Ilse Van de keere hofft, dass sich die Gewaltbereitschaft in Grenzen hält. Die belgische Polizei werde anders vorgehen als die Pariser Kollegen: "Wir werden anders arbeiten als in Paris. Wenn Menschen friedlich protestieren, werden wir ihnen den Raum dafür bieten. Wenn die Leute andere Absichten haben, werden wir eingreifen."

"Alle geplanten Veranstaltungen können stattfinden. Wir möchten uns mit friedlichen Gelbwesten-Aktivisten auf einen Ort einigen, an dem sie protestieren können, ohne Störungen zu verursachen."

Die Belgische Bahn bestätigte unterdessen, dass manche Züge auf Anfrage der Polizei nicht im Brüsseler Zentralbahnhof halten werden. Auch bei den öffentlichen Nahverkehrsgesellschaften hat die Demo Konsequenzen. Manchen Straßenbahnen und Busse fahren mit Verspätungen oder fallen aus.

Am Ende der E40-Autobahn Aachen-Brüssel wurden der Reyerstunnel Richtung Zentrum ebenfalls vorsorglich von der Polizei gesperrt.

Probleme an den Grenzübergängen nach Frankreich

Die Grenzübergänge nach Frankreich sind teilweise gesperrt.  In Hensies wurde der Grenzübergang von Demonstranten geschlossen. In Frankreich blockieren Gelbwesten-Protestler die Autobahn E40 direkt hinter der französischen Grenze für Fahrer die aus dem belgischen Jabbeke kommen.

Die Polizei rechnet auch mit Verkehrsbehinderungen in Brüssel.   Die Polizei wird die Situation überwachen und Informationen über Twitter bereitstellen,  um sicherzustellen, dass Autofahrer alternative Wege finden können.

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