Brüssel: Polizei zwingt „Gelbwesten“ zur Abgabe ihrer signalfarbenen Sicherheitswesten

Wie in Paris sind am Samstag auch in der belgischen Hauptstadt Brüssel „Gelbwesten“ mit der Polizei zusammengestoßen. Rund 500 Demonstranten zogen bis vor die EU-Gebäude im Europaviertel, das von der Polizei abgeriegelt worden war. Einem kleinen Teil der Gruppe gelang es, die Barrikade zu durchbrechen. Dabei wurden Knallkörper,  Flaschen und ein Wegweiser auf  die Polizisten geworfen.  Diese reagierten mit Tränengas und Wasserwerfern.

Zeitgleich besetzten mehrere Hundert „Gelbwesten“ einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt im Brüsseler EU-Viertel. Die Polizei ging auch hier mit Wasserwerfern und Tränengas gegen die Straßenbesetzer vor. Einige Vandalen richteten mutwillig Zerstörungen an.

Insgesamt kam es zu mehr als 100 Festnahmen an Bahnhöfen und im Europaviertel. Das teilte die Polizei mit. Im Laufe des Abends beruhigte sich die Lage in Brüssel jedoch wieder. Alle festgenommenen Demonstranten mussten sich bei der Polizei einzeln ausweisen, die auch ein Foto von ihnen machte. Auch die Sicherheitswesten der Demonstranten werden eingesammelt. Erst dann wurden die Demonstranten aus dem Polizeigewahrsam entlassen.

Während der Demo der „Gelbwesten“ in Brüssel wurde ein Polizist im Gesicht verletzte. „Der Mann wurde ins Krankenhaus gebracht, schwebt aber nicht in Lebensgefahr", sagte die Brüsseler Polizeisprecherin Ilse Van De Keere der französischen Nachrichtenagentur AFP. Anscheinend warfen einige Demonstranten unter anderem Steine auf die Polizei.

Marine Le Pen, die Parteivorsitzende der rechtsextremen französischen Partei „Rassemblement National“, richtete sich am Samstagnachmittag in einer Rede in Brüssel direkt an den französischen Präsidenten Macron. Sie forderte von ihm "klare Antworten auf das soziale Leiden der Gelbwesten". Le Pen ist auf Einladung der rechtsextremen flämischen Partei Vlaams Belang in unserem Land.

James Arthur Photography
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