Online-Kommentare der flämischen Zeitungen zur politischen Entwicklung der letzten Stunden

Haben die flämischen Nationalisten taktisch eine kluge Entscheidung getroffen oder steht die N-VA vor schwierigen Monaten?  Die flämischen Kommentatoren bewerten die Ereignisse der letzten Stunden unterschiedlich. 

Die liberale Zeitung „Het Laatste Nieuws“ glaubt, der N-VA-Parteivorsitzende Bart De Wever habe taktisch eine gute Figur abgegeben. Der Austritt der flämischen nationalistischen N-VA aus dem Regierungskabinett wird für flämische Liberale und Christdemokraten ein größeres Problem darstellen als für die frankophonen Liberalen von PM Michel.

Die linke Zeitung „De Morgen“ spricht von „schwierigen Wochen" für die Nationalisten. „Es ist ein wichtiger Scheideweg", steht in der Zeitung. Auch die neue Minderheitsregierung von Liberalen und Christdemokraten wird es nicht leicht haben: „Für die Regierung Michels Kabinett beginnt sein instabiles Abenteuer."

„De Standaard“ bemerkt den schnellen Wechsel in den Wahlkampfmodus, insbesondere für N-VA. Der ehemalige Asyl-Staatssekretär Francken wird der N-VA keine Windeier legen, meint das Blatt. Das Thema der Wahlen wird die Migration sein.

Die auflagenstarke Zeitung „Het Nieuwsblad“ fügt hinzu, dass der Gewinner dieses Debakels erst nach den Parlamentswahlen im Mai feststehen wird: "Für politische Akteure ist es wichtig, klarzustellen, wer die Schuld trägt. Die nächsten Wahlen sind erst in sechs Monaten geplant, und es bleibt abzuwarten, an was sich die Menschen dann noch erinnern werden."