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Neue Fahrpläne: Mit dem Zug zwischen Deutschland und Belgien unterwegs

Seit dem vergangenen Wochenende gilt fast überall in Europa ein neuer Fahrplan. Auch in Belgien ist dies der Fall. Das betrifft auch die Bahnverbindungen zwischen Belgien und Deutschland, auch wenn sich hier eigentlich kaum etwas geändert hat. Eine kleine Zusammenfassung für alle Bahnreisenden zwischen unseren beiden Ländern im Überblick. Auf konkrete Neuerungen muss noch gewartet werden, denn einige Projekte liegen noch auf den Wartelisten der Beteiligten. 

Zwischen Belgien und Deutschland bestehen einige unterschiedliche Zugverbindungen. Die großen Metropolen verbinden in erster Linie die ICE- und Thalys-Züge, doch auch im kleinen Grenzverkehr gibt es Möglichkeiten, von interessanten Anschlüssen zu profitieren. Auf der internationalen Verbindung Frankfurt/Main-Köln-Aachen-Brüssel fährt die DB mit ihren ICE-Zügen ab April durchgehend im Zweistundentakt. Von April bis Anfang November besteht künftig zusätzlich eine neue Spätverbindung, die nach 20 Uhr in Frankfurt bzw. in Brüssel startet. Das bedeutet, dass sich im Laufe des Frühjahrs auf dieser Verbindung die Zahl der Hin- und Rückfahrten steigern wird und zwar sowohl in der Mittagszeit und am späteren Abend.

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ICE in Lüttich-Guillemins/Foto: A. Kockartz

Die Fahrscheine für den Thalys sind wieder bei der Deutschen Bahn erhältlich

Ab sofort sind die Fahrscheine für den Hochgeschwindigkeitszug Thalys wieder deutschlandweit im stationären Verkauf in den DB-Reisezentren, DB-Agenturen und über den DB-Navigator buchbar sowie online. Brüssel und Köln werden dabei mit der Thalys-Zügen zwischen Paris und Köln verbunden, denn diese Züge fahren sechsmal Tag auch über Brüssel Süd/Midi und auch über Lüttich Guillemins. Dreimal am Tag, vor allem Morgens und am Abend, werden diese Züge in Richtung Dortmund verlängert, bzw. Fahren in Dortmund ab. Dabei halten diese Züge auch in Düsseldorf HBF, in Düsseldorf Flughafen sowie in Duisburg und in Essen ebenfalls jeweils im HBF. Bis 2022 will die Thalys-Gesellschaft übrigens ihre Züge renovieren und modernisieren.

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Foto: Andreas Kockartz

Kleiner Grenzverkehr zwischen Spa und Aachen HBF

Nach monatelangen Baustellen auf der Bahnstrecke zwischen der deutschen Grenze und Lüttich mit entsprechenden Fahrplananpassungen und Problemen, Anschlüsse zu halten, fahren die Züge zwischen dem belgischen Kur- und Badeort Spa und der Kaiserstadt Aachen HBF (Foto unten: belgischer IR-Zug in Aachen HBF) seit Sonntag wieder nach Fahrplan. Diese Züge bieten in Verviers-Zentral und in Welkenraedt jeweils Anschlüsse ins belgische Inland mit den IC-Zügen von und nach Eupen, Lüttich, Löwen (Leuven), Brüssel, Gent, Brügge und Ostende bzw. von diesen Zügen aus können die IR-Züge nach Aachen HBF erreicht werden. Aachen verbindet mit vielen Zügen den Rest Nordrhein-Westfalens. Interessant ist und bleibt aber auch der Bahnhof von Eupen für deutsche Ausflügler, die mit der Bahn nach Belgien fahren möchten - dort beginnen bzw. enden die oben genannten IC’s von und nach Ostende. In Eupen kann kostenlos geparkt werden und die Informationen erfolgen dort am Schalter jeweils in deutscher Sprache. Achtung! Dieser Bahnhof Eupen ist nur bis gegen 14.30 am Tage geöffnet.

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Foto: Andreas Kockartz

Auf die Euregio-Dreistädteverbindung Lüttich - Aachen - Maastricht muss noch gewartet werden

Wegen einer fehlenden Fahrzeugzulassung für Deutschland und Belgien verspätet sich die Inbetriebnahme der geplanten Bahnverbindung zwischen Lüttich, Aachen und Maastricht. Vorerst  werden Aachen und Heerlen in Niederländisch-Limburg mit Bussen miteinander verbunden, von wo aus Maastricht mit dem Zug erreicht werden kann. Die niederländische DBAG-Tochter Arriva gab zu verstehen verstehen, dass es nicht möglich war, das Zulassungsverfahren für die neuen der FLIRT 3-Züge von Bahnhersteller Stadtler aus der Schweiz für Deutschland und für Belgien bis zum gewünschten Starttermin am 9. Dezember 2018 vollständig abzuschließen. Daher verzögert sich der Start dieser neuen Zugverbindung.

Arriva hatte offensichtlich zu voreilig angekündigt, die Dreistädteverbindung in den neuen Fahrplan aufnehmen zu können. In Belgien scheitert die Zulassung in erster Linie daran, dass die für diese Verbindung vorgesehenen und bereits von Arriva angeschafften Züge nicht mit dem europaweit geltenden Sicherheitssystem ECTS ausgerüstet sind. Damit müssen aber alle Züge versehen sein, die neuzugelassen werden, auch wenn die zu befahrenden Strecken selbst noch kein ECTS-System aufweisen.

Die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB rüstet über ihre Infrastrukturgesellschaft Infrabel gerade das gesamte Schienennetz und alle Triebfahrzeuge damit aus. Das Belgien die Zulassung der Arriva-Flirt-3-Züge verzögert, hat aber auch damit zu tun, dass dies der erste kommerzielle Anbieter von öffentlichem Nahverkehr eines ausländischen privaten Anbieters in Belgien darstellt. Da baut man gerne noch einige Hürden auf, um dies noch etwas hinauszuzögern… 

Die DBAG baut zur Freude von Belgien den Abschnitt Aachen-Düren aus

Mit dem weiteren Ausbau der Bahnverbindung zwischen Aachen und Düren will die Deutsche Bahn die Pünktlichkeit sowohl im Nah- und Regionalverkehr, als auch im Fernverkehr deutlich verbessern. Das betrifft aber auf internationaler Ebene bei weitem nicht nur die Hochgeschwindigkeitszüge ICE oder Thalys, sondern auch den Güterverkehr. Hier drängen Belgien, bzw. das belgische Bundesland Flandern schon lange auf „schnellere Gleise“ bzw. auf einen viergleisigen Ausbau. Dieser Abschnitt ist ein empfindliches Nadelöhr auf dem Weg zwischen den belgischen Nordseehäfen Antwerpen, Zeebrügge und Gent auf dem Weg in Richtung Rheinschiene bzw. nach Süd- und Osteuropa. 

Belgischer Güterzug in Aachen HBF/Foto: A. Kockartz