Nicolas Maeterlinck

Spuren von Asbest in zwei belgischen Reisezügen entdeckt

Mitarbeiter eines Ausbesserungswerks der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB haben in zwei Triebwagen Spuren von Asbest entdeckt. Diese Entdeckung wurde in abgeschlossenen technischen Bereichen dieser Züge entdeckt, nicht also in den Abteilen. Lokführer und Zugbegleiter machen sich jetzt sorgen. 

Die Asbest-Spuren wurden in zwei Nahverkehrstriebwagen vom Typ MS86-89 entdeckt, die als Baureihe 900 vor allem im S-Bahnverkehr rund um Brüssel eingesetzt werden. Nachdem das Asbest in abgeschlossenen technischen Bereichen der Züge entdeckt wurde, führte ein Labor der Bahn, wie in solchen Fällen üblich, Test durch, um herauszufinden, ob sich in den Führerständen und/oder in den Abteilen Asbestfasern feststellen lassen. Dies war nicht der Fall, die die Bahn mitteilte.

Die Personale, die in diesen Zügen fahren müssen - Lokführer und Schaffner - machen sich trotzdem Sorgen. Die Gewerkschaften fordern jetzt von der Bahn eine Sitzung des Komitees für Prävention und Werkschutz, wo dieses Problem besprochen werden soll, bzw. wo beschlossen werden soll, ob sich eventuell betroffene Bahnmitarbeiter medizinisch untersuchen lassen wollen.

Die Frage ist jetzt, ob alle 900er-Züge aus dem Verkehr gezogen werden müssen, um sie auf eventuelle Asbest-Spuren zu untersuchen. Ersatzzüge hat die Bahn kaum in großer Zahl zur Verfügung. Und dies lässt auch weiter auf sich warten, zumal die Auslieferung der neuen Doppelstockzüge vom Typ M7 auf sich warten lässt. Das Hersteller-Konsortium Bombardier-Alstom kommt mit der Produktion für die 445 Waggons (Preis 1,3 Mia. €) nicht hinterher.

Erst Mitte 2019 sollen die ersten Fahrzeuge ausgeliefert werden können. Auch diese Bahnhersteller kämpfen mit einem akuten Facharbeitermangel. Sie finden zum Beispiel weder in den west-, noch in den osteuropäischen Werken ausreichend Schweißer. In Brügge warten derweil die 12 ersten Probewagen auf Zulassung. 

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