Pieter Timmermans, Geschäftsführer der VBO

Belgische Wirtschaft sieht unsicherer Zukunft entgegen

Unternehmen in Belgien sind sehr unsicher hinsichtlich der Wirtschaftsprognosen für dieses Land. Das geht aus einer Umfrage der Arbeitgeberorganisation VBO hervor. Im besten Fall wächst die Wirtschaft im nächsten Jahr in Belgien um gut eineinhalb Prozent. Im schlechtesten Fall um weniger als ein halbes Prozent.

Zwei Mal pro Jahr hört sich der Arbeitgeberverband VBO in den verschiedenen Sektoren zum Stand der Wirtschaftskonjunktur um. Noch vor sechs Monaten war einer von drei Sektoren davon ausgegangen, dass sich das Wirtschaftswachstum verbessern würde. Jetzt geht nur noch einer von sieben Sektoren von einer Verbesserung aus. Obwohl die belgische Wirtschaft grundlegend gesund  bleiben wird, rechnet also nur einer von sieben Wirtschaftssektoren in den kommenden sechs Monaten mit einer Weiterentwicklung. Der Grund hierfür ist eine große Unsicherheit bei den Unternehmern.

So herrscht Unsicherheit beim Brexit sowie bei den Themen italienischer Haushalt und Handelskrieg zwischen Amerika und China.

Im besten Fall wächst die Wirtschaft nächstes Jahr um gut eineinhalb Prozent, aber das könnte auch viel weniger werden, sagt Pieter Timmermans, der Geschäftsführer der VBO. „Wenn das alles schief läuft, wenn Trump wieder einen Handelskrieg mit China lostritt, Salvini den Haushalt entgleisen lässt und es Theresa May nicht gelingt, den Brexit in geordnete Bahnen zu leiten, müssen wir mit einem Wachstum rechnen, das nicht einmal ein halbes Prozent ausmachen könnte“, so Timmermans.

Unsichere Zeiten stehen also bevor. Die Arbeitgeber fordern deshalb die Regierungs- und Oppositionsparteien auf, Verantwortung zu zeigen, um die Wirtschaft Belgiens auf dem richtigen Pfad zu halten.

"Nur ein Wort: Verantwortungsgefühl! Der Mangel auf dem Arbeitsmarkt ist immer noch Realität. Wir brauchen also den Jobdeal. Es besteht die Gefahr, dass wir einen Energieengpass bekommen. Wir benötigen deshalb im Januar Maßnahmen und die kann nur eine vollwertige Regierung nehmen", unterstreicht Timmermans auch noch.

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