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121 Nobelpreisträger unterstützen zum Tode verurteilten VUB-Gastdozenten aus dem Iran

Seit 2016 sitzt der iranische Notfallmediziner, Professor und Gastdozent der Freie Universität Brüssel (VUB), Ahmadreza Djalali, unter dem Vorwurf der Spionage, in seiner Heimat in Haft. Der Iran verurteilte Djalali, dessen Gesundheitszustand übrigens bereits seit langem sehr schlecht ist, zum Tode. Dagegen regt sich seit Jahren bereits internationaler Protest, auch von Seiten der flämischen Landesregierung. Jetzt schlossen sich auch 121 Nobelpreisträger aus der ganzen Welt diesem Protest an, in dem sie einen Brief an den iranischen Präsidenten schrieben. 

Ahmadreza Djalalis Ehefrau teilte gegenüber Amnesty International mit, dass 121 Nobelpreisträger am vergangenen Sonntag einen Brief an den iranischen Präsidenten Ayatollah Khamenei gesendet haben, in dem sie um die Freilassung des VUB-Gastdozenten bitten. Unter den Unterzeichnern sind z.B. die Friedensnobelpreisträgerin Shiri Ebadi aber auch Schriftsteller, wie Orham Pamuk, J.M. Coetzee oder Mario Vargas Llosa.

Den Brief verfasst hat der Biochemiker und Molekularbiologe Sir Richard Roberts, der 1993 den Nobelpreis für Physiologie erhalten hat. Er erinnert Ayatollah Khamenei daran, dass der Gesundheitszustand Djalalis immer schlechter wird: „Der Mann verdient einen ehrlichen Prozess im Lichte von Beweisen, die wir in Besitz haben und die zu seiner Freilassung führen werden.“

Roberts schreibt darin im Sinne von 121 Nobelpreisträgern aus der ganzen Welt, „dass Dr. Djalali menschlich und ehrlich behandelt werden soll und so schnell wie möglich freigelassen wird.“ 

„Der Mann verdient einen ehrlichen Prozess im Lichte von Beweisen, die wir in Besitz haben und die zu seiner Freilassung führen werden.“

Sir Richard Roberts und 120 weitere Nobelpreisträger

Ahmadreza Djalalis soll nach Hause zu seiner Frau und seinen Kindern gehen und er soll sich wieder seiner akademischen Arbeit widmen, so das Schreiben. Djalali wurde zum Tode verurteilt, weil er dem israelischen Geheimdienst Mossad angeblich Informationen über zwei iranische Wissenschaftler weitergegeben haben soll. Die beiden Wissenschaftler wurden danach ermordet.

Er soll zudem geheime Details zu Nuklear- und Verteidigungsprogrammen seines Landes westlichen Geheimdiensten zugespielt haben. Der Gastdozent der Freien Universität Brüssel hatte laut UN-Experten unter Zwang gestanden, die Informationen weitergegeben zu haben.

Im April 2016 wurde Djalali, der auch die schwedische Nationalität hat, bei einem Besuch in seiner iranischen Heimat verhaftet und wegen der oben genannten Vorwürfe zum Tode verurteilt. Gegen das Urteil protestierten auch alle Hochschulen und Universitäten in Belgien sowie Bundesaußenminister Didier Reynders (MR) und Flanderns Ministerpräsident Gert Bourgeois (N-VA).

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