Nach dem Tod eines Mitglieds: Studentenclub Reuzegom löst sich nach tragischer Taufe auf

Letzte Woche war ein 20 Jahre alter Student der Universität Löwen bei einer Taufe, bzw. beim Aufnahmeritual bei der seit 1946 bestehenden Studentenvereinigung Reuzegom, ums Leben gekommen. Jetzt hat sich dieser Club, der Studenten aus Antwerpen vereinigt, die in Löwen studieren, aufgelöst. Unterdessen unterzeichneten zahlreiche Löwener Studentenvereinigungen eine Charta, nach dem KU Leuven-Rektor Sels dazu eindringlich aufgerufen hatte.

Reuzegom hatte sich schon immer geweigert, die in Löwen geltende Charta gegen Brutalitäten bei Studententaufen zu unterzeichnen. Letzte Woche fand bei Reuzegom, bzw. in einer abgelegenen Scheune in einem Wald, ein Aufnahmeritual statt, bei dem die Neulinge zunächst nackt im Wald verharren mussten, wobei sie mit kaltem Wasser übergossen wurden. Danach mussten sie Fischöl trinken, ein Gebräu mit sehr hohem Salzanteil.

Dabei sackten drei Studenten zusammen und wurden umgehend in ein Krankenhaus gebracht. Einer der drei befand sich in Lebensgefahr und verstarb später in einer Uniklinik. 

Polizei und Staatsanwaltschaft, sowie die Universität Löwen nahmen Ermittlungen auf und KU Leuven-Rektor Luc Sels rief einmal mehr alle Studentenvereinigungen nach diesem tragischen Fall dazu auf, die Charta der Studentenvereinigungen zu unterzeichnen.

Viele der Clubs - auch Mitglieder des Löwener Studierendenverbandes LOKO, die dies bisher vermieden haben, taten nun doch diesen Schritt. Reuzegom aber, ein elitärer Studentenverein aus dem Jahr 1946, zog es vor, sich aufzulösen. 

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