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Flandern plant „Giga-Investition“ in das Trambahnnetz in Antwerpen, Gent und an der Küste

Die flämische Landesregierung setzt in Zukunft in den Ballungsräumen Antwerpen und Gent sowie an der Nordseeküste in Sachen öffentlichem Nahverkehr auf einen Ausbau der Straßenbahnlinien. Zwischen 2019 und 2023 sollen 295 Mio. € in diese Planungen investiert werden. 

Flanderns Landesverkehrsminister Ben Weyts (N-VA) setzt in den kommenden Jahren resolut auf den Ausbau des Straßenbahnnetzes in seinem Bundesland. Er ließ Studien anfertigen, in denen die bestehenden Trambahnnetze analysiert wurden und aufgrund der Ergebnisse dieser Analysen wurde ein Plan ausgearbeitet, mit dem das gesamte Netz aufgewertet und ausgebaut werden wird.

Jetzt konnten auch die dazu notwendigen Mittel freigemacht werden: 295 Mio. €: „Wir setzen resolut auf ein sicheres, zuverlässiges und komfortables Straßenbahnnetz, das auch den Fahrgästen einen Mehrwert liefert, z.B. in Form von weniger Schaukelei und weniger Vibrationen.“

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Das Trambahnnetz in Flandern wird von der Landesverkehrsgesellschaft De Lijn betrieben und ist insgesamt 331 km lang. Davon gehören 143 km zur Küstentram am Nordseestrand, 126 km zum Antwerpener Netz und 62 km zur Genter Straßenbahn. Doch trotz ständiger Modernisierungsarbeiten und neuen Strecken kommt das Trambahnnetz in Flandern so langsam in die Jahre. 

Rückstand aufholen

Veraltete Gleise und fast schon nostalgische Straßenbahnzüge sorgen für ein immer schlechter werdendes Image der Tram und dagegen will Landesmobilitätsminister Weyts vorgehen: „Die Städte bitten schon seit längerem um eine umfassende Modernisierung und dies zurecht. Wir haben in der Vergangenheit einen historischen Rückstand aufgebaut, den wir heute einholen werden.“

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Bei der Küstentram wird das 11 km lange Trajekt zwischen Ostende und Middelkerke erneuert und die herkömmlichen Gleise und Schwellen werden durch eine Betonbettung ersetzt, die Verstopfungen durch Dünensand verhindern soll.

In Antwerpen sollen die Oberleitungen weitgehend erneuert werden und dort sollen auch neue Trafostationen die Energieversorgung der immer länger werdenden modernen Straßenbahnzüge garantieren. In Gent wird u.a. ein Streckenabschnitt in Richtung Wondelgem erneuert, der zuletzt 1981 modernisiert wurde. Heute müssen dort Holzschwellen und Weichen ersetzt werden. 

Weitere Vorhaben

Der Ausbau des flämischen Nahverkehrsnetzes von De Lijn beschränkt sich aber nicht nur auf die Straßenbahn, sondern auf das gesamte Netz, also auch die Busverkehre. Verkehrsminister Weyts gab an, dass seine Behörde bereits rund 1.000 neue Fahrzeuge bestellt habe, wovon 110 Straßenbahnen sind.

Zudem würde in weitere 1.000 neue Busse investiert, die entweder elektrisch oder hybrid betrieben werden sollen. Damit sollen die flämischen Innenstädte bis 2025 nur noch mit umweltschonenden Bussen bedient werden. 

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