Zwei Tage Streik: Viele Polizisten in Belgien legen ihre Arbeit nieder

Drei der insgesamt vier Polizeigewerkschaften in Belgien haben zum Streik aufgerufen. Nur die größte Gewerkschaft, die VSOA, beteiligt sich nicht an den Arbeitsniederlegungen. Man wolle das Land nicht lahmlegen, sondern auf die Sorgen aufmerksam machen, die die Polizisten derzeit berühren, hieß es zu den Aktionen.

Viele Polizisten in Belgien sind verstimmt. Gründe dafür liegen viele vor. Drei wunde Punkte sollen endlich besprochen und nach Möglichkeit gelöst werden, so die Polizeigewerkschaften. Das sind die geplanten Anpassungen der Renten und einiger Statuten bei den Polizeibeamten; das ist der seit langem anhaltende Personalmangel bei der Polizei und nicht zuletzt die zunehmende Gewalt und Respektlosigkeit gegenüber den Uniformierten.

Drei der vier belgischen Polizeigewerkschaften haben deshalb zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen: ACV Politie, ACOD und NSVP. Die größte belgische Polizeigewerkschaft VSOA streikt allerdings nicht mit.Die streikenden Gewerkschaften wollen vor einigen Kommissariaten und großen Dienststellen Streikposten aufstellen, z.B. in Löwen, in Aalst, in Genk, in Zeebrügge und in Lüttich. 

„Wir werden das Land nicht lahmlegen und wollen den Laden nicht blockieren. Wir wollen aber Aufmerksamkeit für das bitten, was bei der Polizei gerade lebt.“

Carlo Medo, Polizeigewerkschaft NSVP

Das Land lahmlegen oder Blockaden errichten wolle man nicht, wie Carlo Medo von der Polizeigewerkschaft NSVP gegenüber VRT NWS erklärte: „Wir werden das Land nicht lahmlegen und wollen den Laden nicht blockieren. Wir werden auch nicht mit tausenden Leuten demonstrieren. Aber was wir vor allem tun, ist einige Streikposten rund um große Polizeidienststellen aufstellen, um um Aufmerksamkeit für das zu bitten, was bei der Polizei gerade lebt. Wir wollen die Bürger nicht vor den Kopf stoßen und von ihrer  Beschäftigung abhalten. Das ist nicht unser Ziel.“

Belgiens neuer Innenminister, Pieter De Crem (CD&V), führt schon seit seinem Antreten Gespräche mit den Polizeiverbänden. Er kenne die Probleme und erinnerte daran, dass schon sein Vorgänger Jan Jambon (N-VA) einiges auf den Weg gebracht habe. Er höre sich die Sorgen der Polizisten an, gab aber auch zu verstehen, dass nur ein offener Dialog und zusätzliche Mittel Lösungen mit sich bringen können.

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