Belgiens Fischerei steht im Hinblick auf die Zukunft vor großen Herausforderungen

Die Fischerei in Belgien steht vor großen Herausforderungen, will sie in der Zukunft noch eine wichtige Rolle spielen. Tatsache ist, dass die Flotte immer kleiner wird und dass die Schiffe sowie deren Besatzungen auch älter werden. Tatsache ist auch, dass sich kaum noch junge Leute dazu entscheiden, Fischer zu werden. In den vergangenen 15 Jahren hat sich die Zahl der professionellen Fischer in Flandern quasi halbiert.

Die „belgische“ Fischerei ist eigentlich eine „flämische“ Fischerei, denn die hiesigen Fischer und ihre Flotte gehen ihrer Tätigkeit von den Häfen an der Nordseeküste nach und die liegt vollständig auf dem Gebiet des belgischen Bundeslandes Flandern. Natürlich  spricht der alle zwei Jahre erscheinende Zustandsbericht zur Fischerei der belgischen Bundesbehörde für Landwirtschaft und Fischerei von der „belgischen“ Fischerei. Und die steht gehörig unter Druck.

Im Jahr 2002 waren 130 Fischerboote bei den belgischen Behörden angemeldet. Heute sind dies nur noch 71 Schiffe. Durchschnittlich sind die Boote der belgischen Flotte 30 Jahre alt. Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass ein Drittel der heute noch in diesem Beruf tätigen Beschäftigten älter als 45 Jahr ist. Viele Fischer geben ihren Beruf übrigens auch schon auf, bevor die das Alter von Jahren erreicht haben. Nachwuchs gibt es derzeit kaum und wenn junge Leute hier einsteigen, geben sie nach den ersten Ausfahrten schon wieder auf. Ihnen erweist sich dieser Beruf offenbar schnell als zu hart und zu gefährlich…

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Evelyne jacq

Das bedeutet, dass dieser Berufszweig eigentlich in Belgien bzw. in Flandern vor dem Aussterben steht. Der baldige Ausstieg der Briten aus der EU, der sogenannte Brexit, tut sein Übriges dazu, dass so mancher Fischer seinen Job an den Nagel hängt. Streitigkeiten über die Fischereirechte mit den streitbaren britischen Fischern sind schon vorprogrammiert. Und doch haben die belgischen Fischer einige Trümpfe in der Hand: sie verfügen über ein großes Wissen und über einen enormen Erfahrungsschatz, wie ihnen die zuständigen Ämter und Behörden in Belgien und in Flandern bescheinigen. Überdies sind die Fischbestände in der Nordsee wieder groß und gesund und die Qualität des Fisches aus diesem Fanggebiet liegt sehr hoch. Von belgischen Fischern gefangener Fisch ist bei den Verbrauchern im Land sehr beliebt und als qualitativ hochwertig bekannt.

Was also tun? Jetzt hat Flanderns Landwirtschafts- und Umweltministerin Joke Schauvliege (CD&V) das Heft in der Hand. Sie muss den jetzt vorliegenden Fischereibericht analysieren und mit den belgischen Ministerien für Wirtschaft und für die Nordsee, bzw. mit der flämischen Landesagentur für Landwirtschafts- und Fischereimarketing überlegen, wie es mit der hiesigen Fischerei weitergehen soll. Auch hier wird also mit Spannung erwartet, in welcher Form der Brexit ablaufen wird… 

Hollandse-Hoogte