Ricardo Smit

Die erste überregionale Klage gegen Tihange 2 ist gescheitert

Die Städteregion Aachen und ihre Partner in Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden sind mit der ersten von zwei Klagen gegen das umstrittene belgische Kernkraftwerk Tihange 2 gescheitert. Die Klage sei aus formellen Gründen abgewiesen worden, teilte der scheidende Präsident der Städteregion Aachen, Helmut Etschenberg (CDU), am Donnerstagabend in Aachen mit. 

Die Dreiländerregion hatte unter Federführung der Städteregion Aachen gegen die Wiederinbetriebnahme des umstrittenen Meilers Tihange 2 im Dezember 2015 geklagt. Wegen kleiner Risse im Reaktorbehälter ist die Sicherheit des Meilers umstritten. Mit einer zweiten sogenannten Betroffenheitsklage wollen Kommunen, Privatpersonen und Unternehmen erreichen, dass Tihange 2 stillgelegt wird.

Sie begründen dies mit der persönlichen Betroffenheit im Falle eines schweren Atomunfalls. Vor dem Gericht der ersten Instanz in Brüssel hat die Städteregion nach eigenen Angaben dabei neue Argumente eingebracht: So verwies sie auf bröckelnden Beton in Überdruckbereichen. Es bestünden erhebliche Zweifel, dass das Gebäude bei außergewöhnlichen Ereignissen wie einem Flugzeugabsturz standhielte.

Inzwischen ist mit Doel 4 ein weiterer Atommeiler in Belgien wieder ans Netz gegangen. Am Donnerstag wurde dieser Reaktor nach einer Reparatur- und Inspektionspause wieder hochgefahren. Ende Dezember wird wieder ein derzeit abgeschalteter Meiler die Produktion von Strom aufnehmen und zwar der Meiler Doel 2.

Eine Zeit lang war nur einer von insgesamt 7 Meilern in den beiden Atomkraftwerken in Tihange bei Lüttich und in Doel bei Antwerpen am Netz, weil Pannen, Probleme und Routinearbeiten gleichzeitig stattfanden. Belgien befürchtete eine akute Elektrizitätsknappheit. 

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