Marie-Christine Marghem, Dritte von links

COP24: Belgien wird sich in diesem Jahr nicht mehr der „High Ambition Coalition“ anschließen

Belgien wird sich nicht so bald der 'High Ambition Coalition' anschließen. Die Koalition wurde ursprünglich im Rahmen der COP21 in Paris gegründet und ist ein Bündnis aus industrialisierten Ländern und Entwicklungsländern. Das Bündnis hatte in dieser Woche in Kattowitz angekündigt, bis 2020 ehrgeizigere Klimaschutzpläne vorzulegen.

Flandern will sich erst damit beschäftigen, wenn der belgische Energie- und Klimaplan der föderalen Energie- und Umweltministerin Marie Christine Marghem vorliegt und damit wird erst gegen Ende des Jahres gerechnet.

Knapp dreißig Länder hatten am vergangenen Mittwoch auf dem Klimagipfel dazu aufgerufen, das Tempo im Kampf gegen den Klimawandel einen Gang höher zu schalten. Die Niederlande und Luxemburg, Mitunterstützer einer Benelux-Erklärung für mehr Ambition im Klimaschutz an die Europäische Union, haben den Text unterzeichnet.

Belgien war noch nicht in der Lage, zu unterschreiben. Der Grund: Es liegt noch keine Vereinbarung mit der flämischen Regierung vor. "Flandern muss noch darüber nachdenken, hat aber nicht 'nein' gesagt", sagte Marghem in Polen. Nach ihrer Auffassung bleibe die Tür damit einen Spalt weit für eine spätere Unterzeichnung geöffnet.

Nach dem flämischen Ministerrat am gestrigen Freitag ist zu hören, dass sich Flandern erst mit dieser Frage beschäftigen werde, wenn der nationale Energie- und Klimaplan fertig sei. Es mache keinen Sinn, eine Anhebung der Ambition zu formulieren, solange nicht deutlich sei, wie diese erreicht werden könne, heißt es.

Die flämische Regierung nimmt also den gleichen Standpunkt wie bei der Verteilung der Klimaziele für den Zeitraum von 2020 bis 2030 ein . Marghem sagte letzte Woche, dass sie schon jetzt damit beginnen wolle. Doch bremste sie die flämische Ministerin Joke Schauvliege aus und verlangte zunächst die Vorlage eines nationalen Plans. 

In einer Reaktion, sagt die belgische Energie- und Umweltministerin Marghem am gestrigen Freitag, dass sie "den flämischen Standpunkt zur Kenntnis" nehme, aber, dass sie das sehr bedauere. "Das Image von Belgien im Ausland wird erneut durch einen totalen Mangel an Ambition von einer Region getrübt. Es ist zudem ein Schlag ins Gesicht für die gigantische Arbeit der gesamten belgischen Delegation in Kattowitz", so die föderale Ministerin.

Weitere Nachrichten