Greenpeace ist von Ergebnissen des Klimagipfels enttäuscht: „Belgien trägt erdrückend viel Mitverantwortung“

Mehrere Umweltverbände zeigten sich über die Ergebnisse der UN-Klimakonferenz COP24 im polnischen Kattowitz enttäuscht. "Es ist deutlich, dass es den Regierungen nicht gelungen ist, eine adäquate  Antwort auf die katastrophalen Folgen des Klimawandels zu formulieren“, heißt es beim Dachverband Climate Action Network (CAN) Europe. Nach Auffassung von Greenpeace trage Belgien eine „erdrückende historische Verantwortung“ hierfür.

Die internationale Gemeinschaft hat nach zähen Verhandlungen auf der UN-Klimakonferenz in Polen ein umfassendes Regelwerk für die praktische Umsetzung des Pariser Klimaabkommens gebilligt. Auf höhere Klimaschutzambitionen konnte man sich nicht verständigen.

Die Ergebnisse der UN-Klimakonferenz COP24 werden nicht reichen, die globale Erderwärmung auf deutlich unter zwei und möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen, lautet  der allgemeine Tenor vieler Umweltverbände. Das Klimanetzwerk CAN Europe betont, dass in den nächsten beiden Jahren höhere Ziele formuliert werden müssten und bedauert den Mangel der Regierungen an Ambitionen im Kampf gegen den Klimawandel.

Außerdem sei man auch nur “begrenzt” bei der geplanten Finanzierung für die Entwicklungsländer „vorangekommen“. "Die schwachen Ergebnisse dieser COP (Konferenz der Vertragsländer des Klimaschutzvertrages, Red.!) stehen in krassem Gegensatz zu den alarmierenden Warnungen im Bericht des UN-Klimarats IPCC und der zunehmenden Forderung der Menschen für schnelles Handeln", so Wendel Trio, der Direktor von CAN Europe.

Ignoranz macht schuldig

Greenpeace spricht von einem Klimagipfel „ohne Versprechen für unsere Kinder“ und von einem „schuldigen kollektiven Versäumnis“. Die Umweltschutzorganisation betont, dass sich auch Belgien weigere, einen größeren Ehrgeiz beim Klimaschutz zu zeigen und dass dieses Land eine “vernichtende historische Verantwortung“ für die schwachen Ergebnisse der Klimaverhandlungen trage, genauso wie andere Länder, die jegliches Vorankommen blockierten.

"Es ist eine Schande, dass sich Belgien geweigert hat, eine breite Koalition von Ländern zu unterstützen, die ehrgeizigere  Klimaziele wollen", sagt Joeri Thys von Greenpeace Belgien. "Der Unterschied zwischen dem, was bestimmte Minister vor der Kamera erklären und ihren Taten ist jetzt peinlich sichtbar geworden. Ihr unverantwortliches Verhalten ist eine Ohrfeige für die belgischen Bürger, die von der Politik massenhaft und nachdrücklich mehr Anstrengungen beim Klimaschutz  erwarten."

Mangelnde Bereitschaft belgischer Regierungen

"Kein einziger belgischer Umweltminister sollte sich auf dem Klimagipfel zeigen, solange er sich jeglichen ambitionierteren Klimaschutzzielen in Europa und in der Welt querlegt“, so Greenpeace weiter.

„Ohne einen seriösen nationalen Klimaplan sollten sie besser zu Hause bleiben. Die belgischen Regierungen lassen die Menschen und den Planeten im Stich”, schlussfolgert  Greenpeace.

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