Nationalbank: Langsameres Wirtschaftswachstum als im Rest der EU

Die Belgische Nationalbank (BNB) geht davon aus, dass das Wirtschaftswachstum in unserem Land deutlich langsamer wächst, als in den anderen EU-Mitgliedsländern. Ein Grund für diese Entwicklung ist der schlecht funktionierende Arbeitsmarkt. Tausende offene Stellen können dauerhaft nicht besetzt werden. Ein weiterer Grund für das träge Wachstum ist auch die jüngste politische Instabilität in Belgien.

Die Nationalbank ist besorgt. Das Wirtschaftswachstum in Belgien wird träge, das Haushaltsdefizit wird größer und die Zahl der offenen Stellen - Stichwort „Facharbeitermangel“ - bleibt auffallend hoch. Dieses Jahr betrug das Wirtschaftswachstum in Belgien 1,5 %, doch bis 2020 könnte es bis auf nur noch 1,3 % sinken.

Damit schneidet Belgien deutlich schlechter ab, als der EU-Durchschnitt, der derzeit bei 1,8 % bis 1,9 % (je nach Lesart) liegt. Die ursprüngliche Prognose von einen Wachstum über 1,6 % für das noch laufende Jahr, die aus dem vergangenen Jahr stammt, sei nicht mehr zu halten.

Eines der größten Probleme dabei ist nach Ansicht der BNB das schlechte Funktionieren des hiesigen Arbeitsmarktes. Tausende nicht zu besetzende offene Stellen wiegen schwer auf die Entwicklung der Wirtschaft und damit natürlich auch auf das Wirtschaftswachstum, so Pierre Wunsch, der Vize-Gouverneur der Nationalbank. Zu viele Menschen in unserem Land arbeiten nicht und zu viele Über-50-Jährige arbeiten schon nicht mehr, so das Fazit.

Die aktuelle Regierungskrise in unserem Land tue das Ihre dazu, so BNB-Vize Wunsch, denn ein Haushaltsdefizit könne durchaus von 0,8 % in diesem Jahr auf bis zu 2 % im Jahr 2021 ansteigen, falls die aktuelle Minderheitsregierung abtreten müsse und es zu Neuwahlen und einer langen Koalitionsbildung kommen werde. Dies sei kein gutes Signal Belgiens gegenüber dem Rest von Europa und auch nicht gegenüber der eigenen Bevölkerung.

Eine kommende Regierung müsse auf jeden Fall auf Reformen setzen, bzw. den Weg fortsetzen, den die bisherige Regierung vorbereitet habe. Zwar würden die privaten Haushalte mehr Geld ausgeben, denn trotz gegenteiliger Behauptungen der Gewerkschaften steige die Kaufkraft in Belgien, doch die Investitionsbereitschaft im eigenen Lande gehe deutlich zurück.