Keine Oscar-Nominierung für den flämischen Film "Girl"

Der Film „Girl“ des flämischen Regisseurs Lukas Dhont (26) hat keine Chance mehr auf eine Oscar-Nominierung. Der Streifen wurde nicht in die engere Vorauswahl für diese Liste aufgenommen. „Girl“ hoffte auf eine Nominierung für einen Oscar für den besten nicht-englischsprachige Film, doch dieser Traum platze jetzt, trotz vieler internationaler Auszeichnungen in den vergangenen Wochen und Monaten.

Nach Preisen in Cannes, Odessa, Karlovy Vary, Palić und San Sebastián und einer Nominierung für die Golden Globes wird die Nicht-Berücksichtigung von „Girl“ von der Film- und Kinowelt als eine Überraschung gewertet. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die Ende Februar 2019 die Oscars verleiht, hat sich auf neun Filme für die Vorauswahl für den besten nicht-englischsprachigen Film einigen können, doch der Streifen von Lukas Dhont mit Victor Polster in der Hauptrolle war nicht dabei, obschon er vergangenes Wochenende noch den Preis für den besten europäischen Debütfilm bekam.

Das Nominierungsverfahren in der Kategorie für den besten nicht-englischsprachigen Film im Vorfeld der Oscar-Verleihung erfolgt in zwei Stufen. Aus den 90 Filmen aus den Ländern, die einen Film in Hollywood eingereicht hatten, wurden neun für eine Shortlist ausgewählt. Aus diesen Filmen werden später die fünf endgültigen Nominierungen ausgewählt. Die definitive Liste wird am 22. Januar 2019 bekannt gegeben.

Der Streifen erzählt die wahre Geschichte der 15 Jahre alten Lara, die als Junge zur Welt kam aber Ballerina werden wollte. Dhont selbst gab an, dass er bereits seit Kindertagen davon träume, einen Oscar zu gewinnen. und dass es eine Ehre für ihn sei, Belgien dabei vertreten zu dürfen: „Was mit die vergangenen Monate passiert ist, hätte ich mir nicht in meinen kühnsten Träumen vorgestellt. Die Oscar-Einsendung ist die Krönung.“ Mehr wird wohl nicht mehr daraus…

Seit dem 17. Oktober ist „Girl“ offiziell in den belgischen Kinos zu sehen. Eine Zeit lang wurde befürchtet, dass „Girl“ für den US-Markt, für Netflix und für die Oscars zensiert werden muss, denn darin sind einige explizite Szenen zu sehen. Diese Bedenken konnten aber bis auf weiteres beigelegt werden. Ob die fraglichen Szenen letztendlich die Vorauswahl für die Oscar-Nominierung von „Girl“ nicht doch beeinflusst haben, wird man wohl nie wissen werden. 

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