EU-Fangquoten: Belgiens Flotte darf nicht mehr so viel Seezunge und Kabeljau fischen

Im Rahmen des EU-Fischereirates sind am Mittwochmorgen die neuen Fangquoten und andere Regelungen für diesen Sektor beschlossen worden. Für die belgische Fischereiflotte bedeutet dies, dass sie 2019 in erster Linie nicht mehr so viel Seezunge und Kabeljau fangen darf, wie in diesem Jahr. Erschweren kommt noch hinzu, dass ab dem 1. Januar 2019 der Beifang nicht mehr einfach über Bord geworfen werden darf.

Jedes Jahr beugt sich der EU-Fischereirat über die Quoten und die Fangbedingungen für das Folgejahr. Auf Basis von wissenschaftlichen Untersuchungen zur Entwicklung der Fischbestände beschließt der Rat, in wie fern die geltenden Regeln angepasst werden müssen, um den Fischfang weiter nachhaltig gestalten zu können.

Spezifisch für die belgischen Fischer sieht die Anpassung für 2019 einige Anpassungen vor. Fischarten, die für den hiesigen Markt wichtig sind, wie z.B. Scholle, Seeteufel, Steinbutt, Flunder oder Rochen weisen erholte Bestände auf. Beim Kabeljau und bei der Seezunge sieht die Lage aber wieder anders aus. In Sachen Kabeljau werden die Fangquoten in der Nordsee und im Ärmelkanal um 30 % gesenkt und in der Keltischen See sogar um 50 %.

Auch bei der Seezunge gelten neue Bedingungen. Zwar darf in der Irischen See wieder mehr gefischt werden, doch im Bristolkanal, wo die belgische traditionell umfassende Fischereirechte hat, sinken die Quoten. Auch in der östlichen Region des Ärmelkanals sinken die Quoten für Seezunge. Stiegen sie Anfang des laufendes Jahres hier noch um 25 %, werden sie jetzt um den gleichen Wert wieder gesenkt. Die Bestände sind innerhalb eines Jahres wieder auffallend geschrumpft.

Umdenken ab dem Jahreswechsel

2019 wird für die Fischerei in Europa eine besondere Änderung sorgen: Ab dem 1. Januar darf kein Beifang mehr über Bord geworfen werden. Die nicht gezielt gefangenen Fische müssen mit an Land genommen werden. Hinzu kommt noch, dass im Falle des Erreichens einer Quote in einem bestimmten Gebiet, dort nicht mehr gefangen werden darf - auch vor dem Jahresende. Nur so könnten sich die Bestände nachhaltig wieder erholen, so Fachleute. Dem stimmte Flanderns auch für Fischerei und Landwirtschaft zuständige Landesministerin Joke Schauvliege (CD&V) umgehend zu.

Die belgische Reeder-Zentrale, der Dachverband der hiesigen Fischereiflotten, hält sich angesichts der neuen Vorschriften mit Applaus vornehm zurück. Eingeschränkte Quoten für für den hiesigen Markt wichtige Fischsorten, die vorgeschriebene Anlandung von Beifang und auch die Sperre in Fanggebieten, in denen die Quoten vor Jahresablauf erreicht wurden, würden für weniger Umsatz, höhere Unkosten und höheren Aufwand sorgen, hieß es von dort aus. 

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