In Meensel-Kiezegem wird ein Museum zum Kriegsjahr 1944 eröffnet

Im August 2019 wird in der Ortschaft Meensel-Kiezegem in der Provinz Flämisch-Brabant ein neues Museum eröffnet. Diese Einrichtung, die Museum44 heißen wird, wird die Geschichte der Grausamkeiten erzählen, die dieses Dorf im Hagelland in diesem Kriegsjahr erleben musste. 

Nach dem Mord an dem jungen Kollaborateur Gaston Merckx am 30. Juli 1944 Familie forderte dessen Mutter 100 Geiseln. Bei zwei deutschen Razzien wurden 91 Dorfbewohner, das heißt so ziemlich alle erwachsenen Männer aus der Ortschaft, festgenommen und in die Konzentrationslager der Nazis deportiert.

Vier Betroffene wurden sofort erschossen und nur einige wenige von ihnen haben das KZ überlebt. Von dort kamen 63 Bürger aus Meenzel-Kiezegem nicht mehr lebend zurück. Der Friedhof der Gemeinde umfasst dementsprechend viele Kriegsgräber (Foto oben).

Auf diese Weise wurde Meensel-Kiezegem zu einem durch den Krieg am schwersten getroffenen Dörfern in ganz Europa. Eine ganze Generation an Bewohnern dieser Ortschaft wuchs ohne Vater auf. Ein Zeitzeuge sagte am Rande der jährlichen Gedenkfeier vor einigen Jahren dazu: „Wir waren rund 100 Kriegswaisen in so einem kleinen Dorf. Das hat das ganze Dorf bis heute gezeichnet."

In Meensel-Kiezegem besteht seit Jahren das sogenannte „Hagellands Vredesmuseum“, ein Friedensmuseum. Doch dieses wird seine Pforten schließen. Die Sammlung dieser Einrichtung erhält aber Platz im neuen Museum44. Die Gemeinde will, dass auch die jungen Generationen des Dorfes und darüber hinaus diese Geschichte kennen.

Das neue Museum entsteht im alten Pfarrhaus des Dorfes (Foto unten) und wird am 11. August 2019, dem Jahrestag der Razzien, eröffnet. Es wird mit den neuesten technischen Möglichkeiten ausgestattet sein, die ein Museum in dieser Zeit braucht, z.B. mit Virtual Reality-Angeboten.