AP2008

Akte geschlossen: Es wird wohl nicht zu einem Prozess zur Fortis-Affäre kommen

Die Staatsanwaltschaft Brüssel hat die Akte Fortis geschlossen. Das bedeutet, dass es nicht zu Prozessen gegen insgesamt sieben damalige Vorstandsmitglieder der Fortis-Bank und der Fortis-Gruppe kommen wird. Kleinanleger hatten in Sammelklagen versucht, ihre Verluste erstattet zu bekommen, weil sie angeblich von den Managern getäuscht wurden.

Mehr als zehn Jahre nach dem Zusammenbruch der Fortis-Bank im Zuge der Banken- und Finanzkrise im Jahr 2008 wird die dazu anhängige Strafakte geschlossen. Laut Brüsseler Staatsanwaltschaft werden die von einer Klage betroffenen sieben früheren Spitzenmanager von Fortis-Bank und Fortis-Gruppe nicht weiter gerichtlich belangt.

Noch im Jahr 2013 wollte die Staatsanwaltschaft diese Manager wegen Fälschung von Jahresbilanzen, Insolvenzverschleppung und Anlagebetrug vor Gericht stellen. Die Angeklagten sollten Anleger durch Fehlinformationen über die sich 2008 andeutende Immobilienkrise in den USA getäuscht haben.

Die Ermittlungen der letzten Jahren führten laut Staatsanwaltschaft aber zu neuen Erkenntnissen, die letztendlich zur Schließung der Fortis-Akte geführt haben. Fortis musste im Herbst 2008 über Nacht gerettet werden. Im Jahr zuvor hatte sie sich beim Kauf der niederländischen ABN Amro-Bank finanziell völlig übernommen.

Durch den Ausbruch der Finanzkrise, wie über die Immobilienblase in den USA damals auch nach Europa herüberschwappte, stand das traditionsreiche Finanzhaus vor der Pleite. Um das Geld der Anleger zu retten, musste der belgische Staat über 11 Mia. € bereit stellen.

Der belgische Staat hatte danach in mehreren Stufen ihre Fortis-Anteile nach und nach abgestoßen. Seit einigen Jahren ist diese Bank in französischer Hand und gehört zur Gruppe BNP Paribas.