Sozialabkommen bei der belgischen Post: Mehr Geld, mehr Urlaub, mehr Personal

Direktion und Gewerkschaften bei der belgischen Post, Bpost, haben sich nach langen Verhandlungen und Arbeitsniederlegungen auf ein Sozialabkommen einigen können. Vor allem der akute Personalmangel und der daraus resultierende hohe Arbeitsdruck waren den Postlern schon lange ein Dorn im Auge.

Das jetzt geschlossene Sozialabkommen sieht sowohl Verbesserungen auf Personalebene vor, als auch finanzielle Vorteile für die Beschäftigten. Den Briefträgern bringt dieses Abkommen ein 13. Monatsgehalt und zusätzliche Urlaubstage. Daneben wird eine Laufbahnbegleitung auf den Weg gebracht, dass sowohl Aufstiegsmöglichkeiten ermöglicht, als auch Gehaltsentwicklungen aufzeichnet.

Nicht zuletzt verspricht Bpost-CEO Koen Van Gerven 1.000 zusätzliche Briefträger und Sortierer einzustellen, von denen einige Bereits dort arbeiten. Die Post hatte angesichts des stressigen Weihnachtsgeschäfts hunderte zusätzliche Mitarbeiter eingestellt, um die Paketflut zu bewältigen. Möglicherweise können einige dieser Zeitarbeitskräfte schnell an Bpost gebunden werden.

Laut Van Gerven wird die Post dieses Sozialabkommen rund 20 Mio. € im Jahr kosten: „Ich finde, dass dies eine gute Investition ist, angesichts der großen Herausforderungen, vor denen wir stehen. Dan ist die Garantie einer sozialen Ruhe wichtig und diese ist mit diesem Sozialabkommen gegeben.“

Der auch für die Post zuständige Staatssekretär der scheidenden Regierung Michel, Philippe De Backer (Open VLD), reagierte zufrieden auf diese Einigung. Postchef Van Gerven steht seit einiger Zeit in der Kritik, denn sowohl die sich hinziehenden Sozialverhandlungen und die damit verbundene Unruhe in diesem halbstaatlichen Unternehmen, als auch der sinkende Aktienkurs ließ Politik und Anteilseigner nervös werden. 

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