foto Peter Hilz (C)

Tihange 3 geht schon Anfang Januar wieder ans Netz und nicht erst wie geplant im März

Die belgische Atomaufsicht (FANC) gab grünes Licht.  Kraftwerkbetreiber Engie Electrabel kann den im angrenzenden Ausland umstrittenen Reaktor Tihange 3 bei Huy  schon am 7. Januar wieder hochfahren. Ursprünglich sollte der Reaktor frühesten ab dem 2. März wieder in Betrieb gehen.

Der Reaktorblock 3 des Atomkraftwerkes Tihange wurde im vergangenen Sommer vom Netz genommen, da damals neue Unregelmäßigkeiten entdeckt worden waren. Bei der Reparatur maroder Betonteile fiel auf, dass Stahlverstärkungen an einer Schutzdecke nicht den Bauplänen entsprechen – offenbar schon seit Bau des Reaktors, wie der Betreiber Engie Electrabel am 5. Juli erklärte.

Seither wurde durch die FANC geprüft, ob dies Einfluss auf den Schutz der Anlage bei Notfällen wie einem Flugzeugabsturz habe. Die Folge: Tihange 3 wurde stillgelegt – und das solange, bis die Stabilität der Gebäude definitiv nachgewiesen ist. Mit der Wiederaufnahme der Stromerzeugung war erst ab März gerechnet worden. Doch nun gab die Atomaufsichtsbehörde Entwarnung.

Wie der Kraftwerkbetreiber Engie Electrabel mitteilte, haben sich die Probleme am Stahlbeton in dem nicht-nuklearen Bereich der Anlage als weniger schwerwiegend erwiesen, sodass der Reaktorblock 3 am 7. Januar wieder ans Netz gehen kann.

Frühestens am 31. Dezember wird auch der Reaktor Doel 4 wieder hochgefahren, eine Woche später als erst angekündigt. Das bedeutet, dass bis Ende des Jahres fünf der sieben belgischen Kernreaktoren stillgelegt sein werden: drei große (Doel 4, Tihange 3 und Tihange 2) und zwei kleine (Doel 1 und 2). Insgesamt sind das rund 4.000 der 6.000 Megawatt, die von den belgischen Kernkraftwerken geliefert werden.

"Vorerst sollten wir keinen Stromausfall befürchten: Es sind Weihnachtsfeiertage und auch das Wetter ist mild", sagt VRT NWS-Energiespezialist Luc Pauwels. "Aber wenn das Arbeitsjahr Anfang Januar wieder beginnt, ist die Chance auf einen Stromausfall wieder größer. Es ist unerlässlich, dass zwei große Kernreaktoren wieder in Betrieb genommen, damit wir aus der Gefahrenzone rauskommen.“