Bel20: Drittschlechtestes Börsenjahr seit 1990 für die Brüsseler Börse?

Kurz vor dem Jahreswechsel lässt sich die Nervosität an den weltweiten Aktienmärkten auch an der Brüsseler Euronext-Börse fühlen. Der Bel20, der die 20 größten Aktiengesellschaften Belgiens umfasst, wird wohl sehr schlecht abschneiden. Bisher ist das Jahr 2018 das drittschlechteste Börsenjahr seit 1990 der Bel20-Index startete. 

Der Bel20 ging am 30. Dezember 1990 an den Start und es wird befürchtet, dass der Euronext-Index ähnlich schlecht abscheiden wird, wie in den Jahren 2002 und 2008, als wie weltweite Bankenkrise auch drohte, die belgischen Banken in den Abgrund zu reißen. Auch das Jahr 2011 war ein schlechtes Börsenjahr für Brüssel, denn damals ging die Dexia-Allfinanzgruppe in Konkurs. Der Bel20 schloss danach mit einem Verlust von 19,20 % ab…

Ob das Jahr 2018 für den Bel20 und den Euronext-Index so schlecht, wie eines dieser Jahre abschließen wird, ist noch nicht deutlich und wird sich am kommenden Montag, den 30. Dezember entscheiden, wenn der letzte Handelstag des laufenden Jahres zu Ende ist.

Doch auch der Bel20 ist in einem „Bärenmarkt“ gelandet und muss mit einem Kursverlust von rund 20 % seit dem letzten Hoch im Januar fertig werden. Zwischen dem Hoch am 23. Januar und Weihnachten sank der Bel20 laut Wirtschaftsredaktion der flämischen Tageszeitung De Standaard um rund ein Viertel, sprich um 23,4 %.

Gründe gibt es viele für diese Entwicklung. Ein Grund ist wohl das schlechte Abschneiden der japanischen Börse in Tokyo (Nikkei) und auch der Streit zwischen US-Präsident Trump und der amerikanischen Notenbank Federal Reserve sorgt für Vorsicht.

Doch auch die politische Krise im eigenen Land und die allgemeine politische Lage weltweit tun ihr Übriges. Zudem straucheln die Kurse einiger wichtiger Bel20-Unternehmen in diesen Tagen, wie z.B. die belgische Post (Bpost) und der Stahldraht- und Zink-Hersteller Hyrstar.