Belgiens Polizei entdeckt bis zu 700 Fälle von Identitätsbetrug pro Monat

Polizei und Sicherheitsdienste in Belgien entdecken monatlich bis zu 700 Fälle von Identitätsbetrug. Dabei handelt es sich um Kriminelle, um Betrüger oder sogar um Terroristen, die eine falsche Identität oder die Identität eines unbescholtenen Bürgers nutzen, um Straftaten zu begehen. 

Nach einer Meldung der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd registrierte die belgische Polizei im vergangenen Jahr 8.461 Fälle von Identitätsbetrug und in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres wurden schon über 2.000 solcher Straftaten gemeldet.

Identitätsbetrug betrifft nicht nur kriminelle Straftaten, Betrug oder Terrorismus, sondern auch andere Bereiche, wie z.B. Sozialbetrug, Urkundenfälschung, falsche Identitäten bei der Einwanderung oder auch Menschenhandel. Die Terroranschläge in Belgien und in den umliegenden Nachbarländern belegen z.B., dass Terroristen Wohnungen, sogenannte „safe houses“ als Verstecke unter falschen Namen anmieteten.

Um die Bevölkerung vor Identitätsbetrug oder diesbezüglichem Missbrauch zu schützen, wird in Regierungs- und Sicherheitskreisen in Belgien über einen Personalausweis mit Fingerabdruck gesprochen, doch diese Praxis, die möglicherweise bereits im April 2019 angewendet werden soll, ist in Sachen Schutz des Privatlebens sehr umstritten - auch in unserem Land.

Laut De Tijd wird die Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel bald ein informelles Rundschreiben verschicken, in dem allen sicherheitsrelevanten Bereichen - Polizei, Justiz, Behörden auf allen Ebenen und auch Regierungskreisen auf allen Niveaus - dazu geraten wird, den Austausch von Informationen zu überprüfen und gegebenenfalls zu sichern.

Polizei und Justiz raten den Bürgern im Land dazu, immer zu melden, wenn Ausweisdokumente gestohlen, verlegt oder verloren werden. Dabei kann auch die Webseite „DocStop“ genutzt werden, über die -  ähnlich wie bei Banken und Bank- oder Kreditkarten - die Angaben in Ausweiskarten gesperrt werden können bzw. ein Verlust gemeldet werden kann.