Berichte zu Milliarden alten belgischen Franken lösen Run auf die Nationalbank aus

Seit Donnerstag, also seit den Weihnachtsfeiertagen, bilden sich vor dem Gebäude der Belgischen Nationalbank (BNB) lange Warteschlangen. Der Grund? Viele Landsleute wollen ihre alten belgischen Franken gegen Euro umtauschen. In der nachrichtenarmen Weihnachtszeit hatten einige Medien in Belgien gemeldet, dass noch etwa 16 Milliarden Franken in Umlauf seien und dass diese auch 17 Jahre nach Einführung des Euro noch von der BNB angenommen werden…

Geert Sciot, der Sprecher der Belgischen Nationalbank, sprach am Donnerstagabend von einem regelrechten Ansturm auf seine Behörde. Offenbar waren nicht wenige Landsleute davon ausgegangen, dass ihre alte Währung mit der Einführung des Euro als Einheitswährung oder mit dem Auslaufen der alten Münzen auch ihren Wert verloren hätte, doch dem ist nicht so.

Noch immer wechselt die Nationalbank altes belgisches Geld in Euro um und zwar cash! Nur besonders hohe Beträge werden überwiesen. Im Laufe des Donnerstags war der einzige Schalter bei der BNB in Brüssel, an dem Franken gegen Euro umgetauscht werden können, quasi überlastet, so dass man einen zweiten Schalter eröffnen musste. So etwas hatten die dortigen Mitarbeiter seit Jahren nicht mehr erlebt. 69 Personen wurden vorstellig. Sonst seien dies einer oder zwei Leute pro Tag, so Sciot.

Die Beträge, um die es dabei ging, waren oft recht hoch, wie BNB-Sprecher Sciot gegenüber VRT NWS bemerkte: „Da kamen Leute aus Hasselt mit dem Zug und die hatten 120.000 Franken dabei, die noch bei ihnen zuhause herumlagen. Die dachten, dass das Geld nicht mehr umgewechselt werden kann. Die hatten besonders schöne Weihnachten.“ Insgesamt wurden am Donnerstag rund 780.000 bfr.  in ungefähr 19.300 € umgewechselt. 

Die alten Frankenscheine werden gezählt, statistisch erfasst und wandern danach in den Papiershredder. Anschließend werden die Reste davon verbrannt. In den kommenden Tagen und Wochen erwartet die Belgische Nationalbank weitere Schlangen vor ihrer „Wechselstube“.