Nicolas Maeterlinck

Schlechtestes Jahr für den Bel-20 seit 2011

Der Bel-20, der Aktienindex an der Börse Euronext in Brüssel, der die größten Aktiengesellschaften in Belgien umfasst, verliert in diesem Jahr rund 18 Prozent. Der Index hat damit das schlechteste Jahr seit 2011, das Jahr der Eurokrise, hinter sich.

Insbesondere im Monat Dezember haben die Aktien gelitten. Sowohl der Bel-20 als auch der Dow Jones haben innerhalb eines Monats mehr als 10 Prozent verloren. Doch eigentlich befinden sich die Börsen schon das ganze Jahr über im Bann mehrerer großer Ungewissheiten: Die Furcht vor einem echten Handelskrieg zwischen Amerika und China, der Brexit, der sich schwierig gestaltet und die Zentralbanken, die immer mehr Steine aus dem Weg der Wirtschaft räumen.  In Amerika erfolgt das, in dem die Zinsen erhöht werden, so dass Obligationen im Vergleich zu Aktien wieder attraktiver werden. In Europa wird die EZB (Europäische Zentralbank) ab Januar kein zusätzliches Geld mehr in die Wirtschaft pumpen. Und das alles wird begleitet von der Befürchtung einer weltweiten Abschwächung des Wirtschaftswachstums.

Schwacher Bel-20

Der Bel-20 hat ein schlechteres Jahr hinter sich als viele andere europäische Aktienindexe. Der deutsche DAX-Index verliert zwar auch 18 Prozent,  der CAC40 aus Paris und der Amsterdamer AEX-Index können den Schaden jedoch noch auf -16 Prozent und -11 Prozent begrenzen.

Nur 5 der 20 Aktien im Bel-20 schließen das Jahr mit einem Gewinn ab: die Biotech-Unternehmen Argenx und Galapagos (Letztere Aktien sind an diesem Montag noch gestiegen und konnten deshalb nicht mehr in der Tabelle bei den Gewinnern verzeichnet werden), die Supermarktkette Colruyt, der Medikamentenhersteller UCB und die Holding Sofina.

Größter Verlierer innerhalb der Bel-20 ist Bpost, die 70 Prozent weniger wert ist als zu Jahresbeginn. Inzwischen ist klar, dass es Bpost nicht gelingt, den Rückgang der Briefpost durch eine Paketzunahme auszugleichen. Und die Übernahme des amerikanischen Radial macht die Sache auch nicht besser.

Euronext Brüssel

Größter Gewinner der Mehrländerbörse Euronext in Brüssel ist der Pharmabetrieb Mithra Pharmaceuticals (+82%). Schlusslicht ist Nyrstar (-92%).