Aus dem Polizeibericht: Zwischenfälle, Gewalt und Krawalle in der Sylvesternacht

Auch in Belgien haben zehntausende Menschen in den Städten unter freiem Himmel das neue Jahr begrüßt. Doch neben aller Freude und allem Jubel kam es auch vereinzelt wieder zu negativen Vorkommnissen. Das beschränkte sich leider nicht nur auf Großstädte, wie Brüssel oder Antwerpen, sondern kam auch „auf den Dorf“ vor.

In einem Café in Bocholt, eine Ortschaft in der flämischen Provinz Limburg, war es in der Sylvesternacht zu einem Streit zwischen einigen Männern gekommen, wobei ein 39-Jähriger schwere Kopfverletzungen erlitt. Das Opfer erlag seinen Verletzungen am Neujahrstag. Inzwischen konnte die Polizei zwei Verdächtige ausfindig machen und festnehmen. Warum es zu diesem tödlichen Streit gekommen war, ist noch fraglich. Die Staatsanwaltschaft Limburg ordnete eine Autopsie der Leiche an.

In Wallonien kam es in der Nacht zum neuen Jahr zu schweren Verkehrsunfällen, bei denen 3 Personen ums Leben kamen. In Lüttich erlag eine 78 Jahre alte Frau ihren schweren Verletzungen, die sie erlitt, als sie von einem Auto auf einen Zebrastreifen angefahren worden war. Der Fahrer des Unfallwagens wurde umgehend von der Polizei verhaftet. Bei einem Frontalzusammenstoß von zwei Autos in der Ortschaft Aiseau-Presles in der Provinz Hennegau kamen in der Neujahrsnacht zwei Personen ums Leben und fünf weitere Fahrzeuginsassen wurden verletzt, wovon einer schwer. 

Brüssel

In Brüssel mussten Polizei und Feuerswehr rund 80 Mal zu Einsätzen ausrücken. In den meisten Fällen mussten lediglich kleine Feuer gelöscht werden. Die Polizei hatte ebenfalls die Hände voll zu tun, um randalierende Hitzköpfe unschädlich zu machen. Im Brüsseler Stadtteil Sint-Jans-Molenbeek allerdings hatten die Ordnungsdienste und die Feuerwehr mehr Probleme. Bei einem Löscheinsatz wurde dort die Feuerwehr von Jugendlichen mit Steinen und anderen Projektilen angegriffen. Dabei wurde zum Glück niemand verletzt, doch ein Feuerwehrwagen wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. Scheiben gingen zu Bruch (Foto) und das Blech des Wagens ist mit Dellen übersäht. Die Jugendlichen plünderten auch eine Apotheke und steckten Autos in Brand. Die Polizei nahm 20 Personen in Gewahrsam, von denen einigen bis zu 5 Jahren Haft droht.

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Die Tatsache, dass in Molenbeek Rettungsdienste bei einem Einsatz massiv von Jugendlichen behindert wurden, rief die Politik auf den Plan. Sowohl Flanderns Landesminister für Brüsseler Angelegenheiten, Sven Gatz (Open VLD), als auch Molenbeeks Bürgermeisterin Catherine Moureaux (PS) appellierten an die Politik und an die Polizeibehörden, ihren Aufgaben an solchen Tagen gerecht(er) zu werden. Moureaux gab zu verstehen, dass diese Art von Straflosigkeit nicht länger geduldet werden dürfe. Dem schloss sich der diensthabende Innenminister der geschäftsführenden Bundesregierung, Pieter De Crem (CD&V), an.

Im Brüsseler Stadtteil Schaarbeek waren in der Sylvesternacht auf dem Liedtsplein Jugendliche aneinander geraten. Dabei wurde ein junger Mann von einem Unbekannten niedergestochen. Der Mann, dessen Identität noch völlig unbekannt ist, erlag seinen Verletzungen kurz danach, obschon Umstehende versucht hatten, ihn wiederzubeleben. Die Polizei sucht jetzt u.a. auf Bildern von Überwachungskameras nach dem Täter. 

Antwerpen

Auch in und um Antwerpen herum kam es leider wieder zu negativen Zwischenfällen. Während rund 100.000 Menschen ausgelassen dem Feuerwerk über der Schelde zuschauten, setzten andere Zeitgenossen Weihnachtsbäume und Müllsäcke mit Krachern und Feuerwerkskörpern in Brand. Dabei haben sich Jugendliche auch gegenseitig mit Raketen beschossen. Dies verletzte zwar niemanden, doch dabei wurden Wohnungen und Autos beschädigt.

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fotografie peter Hilz (C)

Im Antwerpener Distrikt Deurne wurden vorbeifahrende Straßenbahnen mit Feuerwerkskörpern und Böllern beworfen. In Zondereigen bei Baarle-Hertog in der Provinz Antwerpen traf ein Feuerwerkskörper allerdings eher zufällig und unglücklicherweise die Krippe des Dorfes und setzte diese in Brand. Die Feuerwehr konnte Schlimmeres verhüten (Foto unten). Die Weihnachtskrippe von Zondereigen gilt als eine der schönsten Krippen in der gesamten Region. 

Paul Fierens